Der Bund werde für Straßenprojekte rund 3,65 Milliarden Euro zurVerfügung stellen, sagte der Minister gestern nach einem Gesprächmit den Oberbürgermeistern der Bewerberstädte, Wolfgang Tiefenseeund Arno Pöker (beide SPD), in Berlin.
Von dieser Summe seien für die Anbindung und Erschließung vonLeipzig rund 2,78 Milliarden Euro und von Rostock rund 0,87Milliarden Euro eingeplant. Bayerns Ministerpräsident EdmundStoiber (CSU) sagte, sollte der Bund für die Bewältigung derKandidatur die Unterstützung der Länder erbitten, "werden wirdabei sein".
Stolpe sagte, schon bis zur Vorauswahl der Olympiabewerber imnächsten Jahr solle nachgewiesen werden, dass Leipzig und Rostockdie besten Standorte für Olympia 2012 sind. Die Bahnstreckezwischen Berlin und Leipzig solle bis Ende 2005 ausgebaut sein.Damit verringere sich die Fahrzeit zwischen den Städten auf 59Minuten. Bis zur Fußball-WM 2006 sollen den Angaben zufolge dieSüdumgehung Leipzigs (A 38) und der weitere Ausbau der Autobahn 9Berlin-Leipzig sowie mehrere Bundesstraßen fertig gestelltwerden. Zusätzlich sollen mehr als 20 weitere Straßen- undBahnprojekte in der Region um Leipzig und Rostock verwirklichtwerden.
Stoiber sagte, Leipzig sei "eine wunderbare Entscheidung fürDeutschland". Die Bewerbung werde nicht nur einenwirtschaftlichen und strukturellen Gewinn für die Region bringen.Sie biete zudem die Chance, im Prozess der inneren Einheit eineneue Stufe zu erreichen. Jetzt müsse alles getan werden, damit inder öffentlichen Diskussion nicht der Hauch eines Zweifels an denChancen Leipzigs im internationalen Wettbewerb aufkomme.
Olympisch geht es mittlerweile auch bei der Bahn zu. DieInterConnex-Bahn zwischen Rostock und Gera soll einen"olympischen" Namen erhalten. Der Zug verbindet mit Rostock undLeipzig die beiden deutschen Städte, die sich um die Ausrichtungder Olympischen Spiele 2012 bewerben. Wie die OstmecklenburgischeEisenbahngesellschaft (OME) mit Sitz in Neubrandenburg gesternmitteilte, ist die Zugtaufe für den 12. Juni auf dem BahnhofBerlin-Lichtenberg im Beisein der OB von Rostock und Leipzigsowie von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) geplant.
Die OME, eine Tochter der Connex-Gruppe, betreibt seit dem 1.März 2002 mit dem InterConnex von Rostock über Berlin und Leipzignach Gera ihre erste Fernverkehrsstrecke. Die Züge seien mitdurchschnittlich 69 Prozent sehr gut ausgelastet, sagteMarketingleiter Michael Holtz. Das Unternehmen nahm im Dezember2002 zudem die Strecke Zittau-Stralsund ins Programm (dieRUNDSCHAU berichtete).
Leipzig und Rostock müssen ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 15.Juli beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereichthaben. Im Juni 2004 wählt das IOC von allen internationalenBewerbern fünf bis sechs Städte aus, die dann im Juli 2005 inSingapur als offizielle Kandidaten bei der endgültigen Vergabeder Spiele 2012 dabei sind. (ddp/dpa/bra)