Sechs Partei- und Fraktionsvorsitzende, drei Parlamentsgeschäftsführer, drei Generalsekretäre und fünf weitere Minister hatten sich im Kanzleramt versammelt. Bei dem Treffen gab es, so ein Teilnehmer, "einen offenen und ausführlichen Informationsaustausch, damit alle auf dem gleichen Level sind". Denn wie bei jeder Regierung sind die Akteure nach Amtsübernahme bald so beschäftigt mit Reisen und Konferenzen, dass sie kaum noch Zeit haben, direkt miteinander zu reden.

Der Verlauf des Abends blieb vertraulich, außer der Information, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Matjes mit Bohnen und Kartoffeln auffahren ließ. Doch ließen sich aus den Schilderungen Schwerpunkte erkennen: Zum einen die außenpolitische Lage, inklusive des Zustandes der Bundeswehr. Hier berichteten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Es habe eine ausführliche Diskussion gegeben, aber über konkrete Einsätze wurde nicht gesprochen.

Auch Vorwürfe gegen von der Leyen gab es nicht. Die Ministerin dementierte, dass sie ihr Versprechen, freiwillige Ebola-Helfer im Erkrankungsfall auszufliegen, nicht halten könne. Vielmehr würden die entsprechenden Maschinen gerade mit Isolierbereichen ausgestattet und seien Mitte November fertig. Im Vorfeld geäußerte teils scharfe Töne der SPD gegen die Ministerin unterblieben. Stattdessen gab es mäßigende Aussagen wie die der Parlamentsgeschäftsführerin Christine Lambrecht: "Für die aktuelle Situation der Bundeswehr kann Frau von der Leyen nichts, sie ist erst zehn Monate im Amt. Aber für die Zukunft ist sie verantwortlich."

Lange redete man über die konjunkturelle Lage, wo Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) das Wort führten. Die Botschaft: Die Konjunktur schwächt sich ab, die 1,8 Prozent Wachstumsprognose sind nicht zu halten. Aber das Ziel eines Haushaltes ohne neue Schulden 2015 soll erreicht werden.