Er war führendes Mitglied der Blockfreienbewegung, die eine Kraft jenseits der Machtblöcke in West und Ost sein wollte. Den Tod Titos vor 25 Jahren, am 4. Mai 1980, betrauerten aufrichtig hunderttausende Bürger, viele gekrönte Häupter, Staats- und Regierungschefs. Doch über die Ideale des Ausnahmepolitikers ist die Zeit hinweggegangen. Jugoslawien ist in blutigen Bürgerkriegen zerfallen. Der jahrzehntelange politische Übervater wurde geliebt, während der Kriege als Ursache aller Probleme gehasst und wird heute nicht nur von Jugo-Nostalgikern wieder zurückgewünscht.
In der Tat waren die Tito-Jahre für Jugoslawien eine fast goldene Zeit. Der Lebensstandard war hoch, hunderttausende Gastarbeiter und Millionen Touristen an der Adria sorgten für reichlich Westkontakte. Doch das Wohlergehen des Vielvölkerstaates stand auf tönernen Füßen. Die wirtschaftliche Blüte war auf Pump finanziert, die Demokratiebewegungen in Kroatien und Serbien 1971 wurden mithilfe des Militärs erstickt.
Tito wurde am 7. Mai 1892 in Kroatien geboren. Im Ersten Weltkrieg gerät der Schlosser in russische Gefangenschaft und in Kontakt mit der kommunistischen Bewegung. Zum Politstar steigt Tito als Chef der kommunistischen Widerstandsbewegung gegen Nazi- Deutsch land auf. 1948 gerät das von ihm gegründete Jugoslawien in Konflikt mit Stalin und verfolgt seitdem eine Gratwanderung zwischen Ost und West. Tito stirbt am 4. Mai 1980 in Ljubljana.