Statt der Fixierung auf das "großspurige Versprechen" der Bundesregierung zum Aufbau von 10 000 zusätzlichen Ganztagsschulen werde das Geld jetzt auch für die Weiterentwicklung bestehender Einrichtungen gewährt, betonten die CDU-regierten Länder. Eine Veränderung ganz nach dem Geschmack Sachsens. Wichtig sei, dass das Geld auch für die Förderung von Horten, die mit Schulen kooperieren, sowie für die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe bereit stehe, betonte Kultusminister Karl Mannsfeld (CDU). Das Land setzt zudem auf die Aufstockung von Schulbibliotheken. Details wollte eine Arbeitsgruppe des Ministeriums aber noch nicht nennen.
Neu ist zudem die Autonomie der Länder, die nun frei über die Schulen und ihre pädagogischen Konzepte entscheiden können. Ursprünglich war eine inhaltliche Mitbestimmung und eine Genehmigungspflicht des Bundes vorgesehen. "Ohne den deutlich größeren Spielraum und ohne Berücksichtigung der besonderen Situation in den neuen Ländern hätte ich der Verwaltungsvereinbarung nicht zugestimmt", sagte Mannsfeld. Trotz sinkender Schülerzahlen gebe es im Osten erheblichen Investitionsbedarf für die Renovierung und Modernisierung alter Einrichtungen. In den Genuss des Programms kommen nicht zuletzt zehn Modellschulen für Ganztagsangebote, die das Ministerium bis Ende Mai auswählen will. In jedem der fünf Regionalschulamtsbezirke können sich je ein Gymnasium und eine Mittelschule nach den Sommerferien an dem Versuch beteiligen. Derzeit liegen 58 Bewerbungen vor . Im Regionalschulamtsbereich Bautzen sind es sieben Mittelschulen und ein Gymnasium, im Raum Dresden zehn Mittelschueln und fünf Gymnasien.
Bundesweit umfasst das Ganztagsschulpaket vier Milliarden Euro. 300 Millionen sollen noch dieses Jahr fließen, davon 15 Millionen nach Sachsen. Für Mannsfeld sind Ganztagsangebote nur unter bestimmten Voraussetzungen "eine willkommene Bereicherung der Schullandschaft". SPD, PDS und Gewerkschaften fordern dagegen eine flächendeckende Versorgung.