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"Gelbe Engel" heben rekordverdächtig oft ab

Die beiden Hubschrauber der ADAC-Luftrettung in Senftenberg sind im vorigen Jahr zu annähernd 3000 Einsätzen gerufen worden. Dabei wurden fast 2900 Patienten versorgt.
Die beiden Hubschrauber der ADAC-Luftrettung in Senftenberg sind im vorigen Jahr zu annähernd 3000 Einsätzen gerufen worden. Dabei wurden fast 2900 Patienten versorgt. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Für die ADAC-Luftrettung mit deutschlandweit mehr als 30 Stationen war 2012 ein Rekordjahr. Noch nie seit dem Start im Jahr 1968 wurden so viele Einsätze geflogen. Insgesamt hoben die "Gelben Engel" 49 243-mal ab. Manfred Feller

In Berlin und Brandenburg hat der ADAC vier Hubschrauber stationiert. Während Christoph 31 in der Hauptstadt zu 2175 Notfällen gerufen wurde, sind die Brandenburger Einsatzzahlen in Perleberg und Senftenberg leicht gesunken, informierte der ADAC am Dienstag. Der Primärhubschrauber Christoph 33 aus Senftenberg hob mit seiner Besatzung aus Pilot, Notarzt und Rettungsassistent 1839-mal ab und versorgte 1770 Patienten. Dagegen startete der Intensivtransporthubschrauber Christoph Brandenburg, mit dem Patienten oft in Spezialkliniken verlegt werden, zu 1147 Einsätzen.

Der Aufbau der Hubschrauberflotte durch den ADAC als größten derartigen Dienstleister in Deutschland begann Ende der 60er-Jahre. Damals wurden auf den Straßen bis zu 20 000 Verkehrstote jährlich beklagt. Die Lebensretter am Boden kamen oft zu spät. Heute machen Verkehrsunfälle nur etwa zehn Prozent der Einsätze aus, erläutert Joachim Kosack, Technikvorstand beim ADAC Berlin-Brandenburg. An erster Stelle stehen mit 49 Prozent internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen. Es folgen mit 15,2 Prozent Unfälle im Arbeits-, Schul-, Freizeit- und häuslichen Bereich.

Die Mannschaft in Senftenberg leistet nach Angaben von Ingo Bartzok, Stationsleiter und Pilot, seit Mai 2012 Pionierarbeit für die ADAC-Luftrettung. Dort werden im Hubschrauber Christoph Brandenburg Nachtsichtgeräte eingesetzt. Die elf Piloten sammeln mit den etwa 7000 Dollar teuren Geräten aus den USA, die den strengen Auflagen des Kriegswaffen-Kontrollgesetzes unterliegen, nach wie vor Erfahrungen. Eingesetzt werden die fernglasähnlichen Pilotenhelmaufsätze bislang nur bei Nachtflügen zwischen zwei beleuchteten Start- und Landeplätzen, wie auf Klinikdächern. "Wir sind noch nicht so weit, dass wir bei Unfällen überall an unbekannten Orten landen können", sagt Ingo Bartzok.

Die ADAC-Luftrettung wird laut Vorstandsmitglied Joachim Kosack ihre Hubschrauberflotte in Deutschland in den nächsten Jahren teilweise erneuern. Angeschafft werden 15 Fluggeräte zum Stückpreis von ungefähr zehn Millionen Euro.