"Was nützt uns die beste Biotechnologie- oder Gentechnologie-Forschung, wenn wir die ethischen Aspekte, die damit zusammenhängen, nicht gleichzeitig mit berücksichtigen", sagte die Ministerin in Dresden. Dafür seien Sozial- und Geisteswissenschaften zuständig. Es gehe um die Folgen der menschlichen Entwicklung im Licht naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. "Die Gesellschaftswissenschaften wiederum sind beispielsweise gefragt, wenn es darum geht, die Auswirkungen der demografischen Entwicklung zu analysieren."
Die Wahrnehmung von Forschung konzentriere sich derzeit fast ausschließlich auf die anwendungsorientierte Forschung im industrienahen Bereich, betonte Stange. Die Grundlagenforschung stünde dagegen ähnlich im Schatten wie die Geisteswissenschaften. "Diese kurzatmige Sicht darf nicht Einzug in den Wissenschaftsbetrieb als Ganzes halten", warnte die Ministerin. Der Wissenschaftsbetrieb, und besonders die Grundlagenforschung, "muss als Ideengeber für zukünftige Entwicklungen betrachtet werden".
"Natürlich ist Sachsen ein Land der Ingenieure", bekräftigte Stange zugleich. "Diese Stärke sollte ausgebaut werden, aber das heißt nicht, es zu Lasten der Geistes- oder Kulturwissenschaften geschehen zu lassen." (dpa/ta)