Bevor der Geisterfahrer am Montagvormittag mit einem Autotransporter auf der Autobahn kollidierte, hatte er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Wie die Polizeidirektion Görlitz am Dienstag mitteilte, soll es sich bei dem Toten um einen 31-Jährigen aus dem Raum Hoyerswerda handeln. "Er war den Hoyerswerdaer Kollegen aufgefallen, weil das Kennzeichen, das er innen an der Heckscheibe hatte, als gestohlen gemeldet war", sagt Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz.

Der Mann ließ sich nicht kontrollieren, missachtete alle Haltesignale und floh mit hoher Geschwindigkeit. Auf der B 97 habe er beinahe einen Audi auf der Überholspur in Richtung Spremberg gerammt und die Bühlower Kreuzung bei Rot überfahren, er sei geblitzt worden und durch Gallinchen gerast. "Der wollte keinesfalls angehalten werden. Er fuhr die 50 Kilometer ohne Rücksicht auf Verluste", sagt Knaup. Die Streife blieb dran, verzichtete aber darauf, ihn mit Gewalt zum Halten zu zwingen. "Wir müssen die Gefährdung Dritter ausschließen", sagt der Sprecher.

Vom Revier Hoyerswerda sei der Sachverhalt den Kollegen in Brandenburg gemeldet worden, doch vor der Autobahnauffahrt Cottbus-Süd war die sächsische Streife noch immer allein. Als der Skodafahrer dann die falsche Richtung einschlug, mussten die Polizisten ihn ziehen lassen, um nicht selbst als Geisterfahrer sich und andere zu gefährden.

Der Skoda selbst soll laut Polizei nicht als gestohlen gemeldet sein. Dem Lkw-Fahrer, der beim Unfall verletzt wurde, gehe es besser.