Der Mann war als Patient einer Klinik in Lübben (Dahme-Spreewald) untergebracht. Am Samstag stahl er erst einem Arzt die Stationsschlüssel, dann raubte er einer Frau das Auto. "Sie hatte auf einem Parkplatz in dem Wagen gesessen. Es war gegen 15.45 Uhr als der 20-Jährige sie mit einem spitzen Gegenstand bedrohte und aus dem Auto nötigte", sagt ein Polizeisprecher. Mit dem geraubten Mercedes Vito fuhr er Richtung Autobahn - und donnerte schließlich als Geisterfahrer mit Tempo 170 über die A 15 in Richtung Forst.

Nahe der Anschlussstelle Cottbus-West rammte er dabei ein Auto. "Ab da war die Polizei in Sichtkontakt", erklärt der Polizeisprecher. Mit mehreren Streifenwagen verfolgten die Beamten den Geisterfahrer - natürlich auf der richtigen Fahrspur - und sorgten dafür, dass die Zufahrten zwischen Forst und Cottbus-West und Forst vorsorglich gesperrt wurden, damit nicht noch mehr unbeteiligte Autofahrer in Gefahr geraten. Auch ein Polizei-Hubschrauber war im Einsatz.

Bei Bademeusel kehrte der 20-Jährige um und raste zurück in Richtung Spreewalddreieck auf der A 13. "Kurz vor dem Autobahndreieck rammte er von hinten zwei Autos, von denen sich eines daraufhin mehrfach überschlug", sagt der Polizeisprecher. Zwei Menschen wurden schwer verletzt. Auch eine Funkstreife erwischte der Crashfahrer an der Seite. Als der Vito gegen 16:50 Uhr endlich zum Stillstand kam, konnte die Polizei den Mann mit Pfefferspray überwältigen. Dabei wurde ein Beamter verletzt.

Der vermutlich psychisch Kranke wurde ins Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum gebracht und Sonntagmittag einem Haftrichter vorgeführt. Jetzt sitzt er in U-Haft.