In der Region könnte ein riesiges Kinder-Gesundheitszentrum der Vereinten Nationen (Uno) eingerichtet werden. Die Uno betreibt weltweit derartige Zentren, um beispielsweise Minen- oder andere Kriegsopfer aus Krisengebieten zu behandeln und zu rehabilitieren.

Millionensumme unbestätigt
Im Luckauer Fall geht es um eine Fläche von rund 150 Hektar. Die Rede ist von geplanten Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Allerdings werden diese Summen von keiner Seite bisher bestätigt. Vorläufig gescheitert sind nach Angaben von Luckaus Bürgermeister Harry Müller (parteilos) Verhandlungen mit dem Betreiber der Mehrzweckanlage (MZA) in Alteno bei Luckau, Sammy Tosuner. Der betreibt nach eigenen Angaben seit 19 Jahren diese Rennstrecke, seit 13 ist er Besitzer – auch des jetzt verhandelten Areals. Tosuner will demnach eine „niedrige Millionensumme“ für den Verkauf der Flächen erzielen.
„Wir suchen jetzt nach anderen möglichen Flächen“, sagte Harry Müller der RUNDSCHAU. Die Sprecherin des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung, Petra Dribbisch, bestätigt, dass es zu dem Vorhaben ein Gespräch mit Vertretern aus Luckau gegeben habe. „Es gibt aber derzeit noch keine konkreten Anträge, weil der Investor bislang nicht Eigentümer der Flächen ist“, sagt sie. Luckaus Bürgermeister ist derweil von der Solidität des geheimnisvollen Investors überzeugt. Die Solvenz des Großprojektes hat sich in dem Maße verfestigt, wie sich andere Städte um seine Abwerbung bemühen, so der Bürgermeister.
„Bereits im Januar hatte ich mit Herrn Tosuner ein Vier-Augen-Gespräch“ , erklärt Luckaus Bürgermeister Harry Müller. Der habe sich damals positiv zu einem möglichen Grundstücksverkauf geäußert. Später auch mehrfach gegenüber dem Investor. Bis zum Opeltreffen im Juli. „Die Verkaufsgespräche werden unterbrochen“ , so der MZA-Chef damals. Er beklagte seiner Ansicht nach übertriebene Auflagen des Luckauer Ordnungsamtes während der Veranstaltung. „Die Behauptung, seitens der Stadt seien ordnungsamtliche Auflagen überzogen erteilt worden, um Verhandlungsdruck auf ihn auszuüben, ist ebenso unwahr wie skurril“ , erklärt der Bürgermeister.
Warum sollte die Stadt hoffnungsvolle Verhandlungen gefährden?, fragt er. „Ich will hier nicht der Buhmann sein und irgendwelche Projekte gefährden“ , so Tosuner. Er habe dem Investor eine „niedrige einstellige Millionensumme“ genannt, die er für sein Objekt beim Verkauf erzielen will. „Mein Angebot steht noch höchstens vier Wochen. Liegen bis dahin keine ordentlichen Verträge zur Unterschrift und ein Notartermin vor, muss ich in die Planungen für die kommenden Jahre einsteigen“ , sagt er. Ihm gehe es nicht um die Immobilie, sondern um die Betriebserlaubnis. Die MZA sei die einzige Rennstrecke in Europa, auf der an 300 Tagen im Jahr die Viertel-Meilen-Rennen gefahren werden dürfen, so Tosuner.

Grünes Licht der Stadt
Die Stadtverordneten hatten bereits im April grünes Licht gegeben für die Anpassung des Flächennutzungsplanes. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, die städtebaulich gewünschte Zielstellung umzusetzen. Für Tosuner ist das aber nicht rechtens. „Meine Anwälte sind in der Spur.“ Denn diese sogenannte Veränderungssperre erlaube ihm nicht, Baumaßnahmen auf seinem Grundstück vorzunehmen, erklärt er. „Ich hätte vor der Stadtverordnetenversammlung gehört werden müssen“ , so der MZA-Chef.
Laut Harry Müller hat der Investor wegen der ablehnenden Haltung Tosuners das Kaufgebot bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) für den größten und wichtigsten Grundstücksteil des ehemaligen Flugplatzes Alteno gestoppt. „Er hält aber am Standort Luckau fest“ , so der Bürgermeister.