Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte, dass die Prüfung über einen Anfangsverdacht der geheimdienstlichen Tätigkeit andauert. Zu dem Vorab-Bericht wollte er jedoch keine Stellungnahme abgeben. Laut "Focus" besteht in der Staatskanzlei die Sorge, dass das Ansehen des früheren Landesvaters Manfred Stolpe (SPD) beschädigt werden könnte. Ein Ehepaar aus Chemnitz, das offenbar vor Jahrzehnten vom Moskauer Geheimdienst KGB angeworben worden war, zählte nach dem Mauerfall zu Stolpes Vertrauten. In der Folgezeit habe das Paar Aufträge aus der Staatskanzlei erhalten und zudem Matthias Platzecks Reisen nach Moskau mitorganisiert, schreibt "Focus". Angeblich Details schützenWie es in dem Bericht heißt, erwägt das Innenministerium eine Sperrung der Akten, um Informanten und operative Details zu schützen. Auch die Kooperation mit dem tschechischen Geheimdienst, der einen Großteil der Akten geliefert habe, solle unter Verschluss bleiben. Ein Sprecher sagte, die Darstellung des "Focus" sei "Murks". Kritik an der Haltung der rot-roten Landesregierung kam aus den Reihen der CDU. Der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Sven Petke sprach von einem "dreisten Vertuschungsversuch der Landesregierung" bezüglich der Ermittlungen des Verfassungsschutzes in der Staatskanzlei. Ihm dränge sich der Eindruck auf, als sollten strafrechtliche Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft um jeden Preis verhindert werden. Der Politiker forderte die Regierung zur Kooperation mit der Bundesanwaltschaft an. Bundesanwalt Siegmund hatte sich laut "Focus" Mitte März auch an das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz gewandt, das einen Beamten der Staatskanzlei bei einem Treffen mit einem russischen Agentenführer beobachtet hatte. Der hohe Beamte sei in den Ruhestand versetzt worden. Das Bundesamt soll zudem die russische Botschaft in Berlin intensiv abgehört haben. Auch die Lauschprotokolle sollen Siegmund vorenthalten werden, berichtete "Focus" unter Berufung auf Potsdamer Regierungskreise. Ansonsten könne das deutsch-russische Verhältnis beschädigt werden. Staatskanzlei "ohne Sorge"Der Sprecher der Staatskanzlei, Thomas Braune, erklärte: "Hier ist niemand in Sorge." Die Staatskanzlei habe bereits am 15. März mitgeteilt, dass es bei dem - laut "Focus" - "hohen Beamten" - für weitere Konsequenzen keinen Anlass gab. So sei auch eine vom "Focus" behauptete Versetzung in den Ruhestand nicht erfolgt. Auf diese Mitteilung sei "Focus" am Freitag von der Staatskanzlei aufmerksam gemacht worden.