"Ich kann mir vorstellen, die Leistung zu beschließen, sie aber später als geplant auszuzahlen", sagte er der Berliner "Tageszeitung".

Es handle sich um eine Mehrausgabe, die man sich reiflich überlegen müsse. Die Erfahrung lehre, dass die Kosten für solche Vorhaben oft teuer würden, sagte Barthle. Gegenwind kam auch aus dem mächtigen CDU-Landesverband Baden-Württemberg. Landeschef Thomas Strobl sagte am Dienstag voraus, der Gesetzentwurf werde aus dem Bundestag anders herauskommen, als er hereinkomme. Strobl kann sich gut vorstellen, den Streit über eine bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung zu lösen.

Falsche Richtung Der Hamburger CDU-Abgeordnete Jürgen Klimke schloss sich den bislang 23 Fraktionskollegen an, die mit der möglichen Ablehnung der bisherigen Pläne im Bundestag gedroht haben. Klimke befürchtet dadurch eine Fehlsteuerung von Sozialleistungen. Die Mittel für das Betreuungsgeld fehlten dann an anderer Stelle, sagte er dem "Hamburger Abendblatt".

Nach Ansicht von Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt geht das Vorhaben in eine völlig falsche Richtung. "Das Betreuungsgeld ist nach meiner Überzeugung grundverkehrt. Ich hoffe sehr, dass die Koalition von diesem unsinnigen Vorhaben Abstand nimmt", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Höhere Kosten drohen Der Deutsche Städte- und Gemeindebund verlangte ebenfalls, auf das Projekt zu verzichten. "Solange der Ausbau der Kindergartenplätze nach wie vor unterfinanziert ist, sollten zusätzliche Mittel besser dafür eingesetzt werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg "Handelsblatt Online".

Die Kosten für das Betreuungsgeld drohen laut "Financial Times Deutschland" deutlich höher auszufallen als bislang angenommen. Demnach könnten jährlich Eltern von rund 1,1 Millionen Kindern die geplante Barzahlung in Anspruch nehmen - rund 445 000 mehr als nach Kalkulation der Regierung. So gehe das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW/Mannheim) von Kosten in Höhe von rund zwei Milliarden jährlich aus, da nicht genügend Betreuungsplätze zur Verfügung stünden. Die Regierung veranschlagt bislang für 2014 Ausgaben in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.