Etwa 1000 Beamte aus mehreren Bundesländern hielten die beiden Gruppen auf Distanz. Es gab keine Zwischenfälle. Die Gegendemo war von Gewerkschaften, Initiativen und der Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg" der Landesregierung unterstützt worden.
Über Parteigrenzen hinweg äußerten Teilnehmer der Protestkundgebung jedoch scharfe Kritik an den massiven Kontrollen der Polizei. So war der Ort weiträumig abgeriegelt, Gegendemonstranten mussten ihre Personalausweise vorübergehend abgeben und Journalisten beim Pendeln zwischen den Veranstaltungen immer wieder ihre Papiere vorzeigen. Die Linkspartei.PDS warf Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) vor, die Nazi-Gegner zu kriminalisieren, und kündigte Konsequenzen im Landtag an. Bei den Rechtsextremisten stellte die Polizei nach eigenen Angaben sechs "gefährliche Gegenstände" wie Schlagringe und Messer sowie eine indizierte CD mit rechter Musik sicher.
Erneut hatte der Hamburger Neonazi Christian Worch ein "Heldengedenken" vor dem Waldfriedhof angemeldet, wo rund 23 000 Opfer der letzten Kriegstage 1945 bestattet sind. Diesmal marschierten auch Angehörige der rechtsextremen NPD mit, unter ihnen der sächsische Landtagsfraktionschef Holger Apfel.
Noch im vergangenen Jahr hatten Gegendemonstranten am Volkstrauertag rund 1600 Rechtsextremen den Weg versperrt und ihren Marsch zum Waldfriedhof verhindert. Diesmal blieb ihnen nichts anderes übrig, als nach dem Abzug der Rechten den "braunen Unrat" mit Besen symbolisch von der Straße zu kehren. (dpa/ksi)