Wie kann ich mich schützen?

Immer vorsichtig sein, welche Angaben man im Internet macht. Persönlichen Daten (E-Mail-Adresse, Wohnadresse, Handynummer oder private Fotos) können von „Cyber-Bullies“ verwendet werden. Zugangsdaten sollten immer geheim gehalten und nie weitergegeben werden. Am besten ist es, wenn man seine Passworte regelmäßig ändert.

Was tun, wenn man betroffen ist?

Auf keinen Fall sollte man sich verunsichern lassen oder solche Attacken persönlich nehmen. Bei den meisten Websites kann man jemanden, der sich schlecht verhält, sehr einfach sperren oder melden. Auf beleidigende Nachrichten sollte man nie reagieren, auch wenn es schwerfällt. Reaktionen ermutigen „Cyber-Bullies“ nur, weiterzumachen. Wenn ein E-Mail- oder Social-Media-Account „gekapert“ wurde, gleich das Passwort ändern. Geht das nicht mehr, weil der Cyberbully das bereits getan hat, sofort den Anbieter benachrichtigen. Kopien von unangenehmen Nachrichten, Bildern oder Online-Gesprächen immer sichern. Sie werden für das Ermittlungsverfahren benötigt. Auch wichtig: über die Probleme reden. Betroffene Kinder sollten mit einem Erwachsenen, am besten den Eltern oder dem Vertrauenslehrer, sprechen.

Wie kann ich mein Kind unterstützen, wenn es im Internet belästigt wird?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind und zeigen Sie, dass es jederzeit mit Ihnen über Probleme reden kann. Mobbing kann zu einem großen Leidensdruck führen, besonders wenn Kinder mit niemandem darüber sprechen können. Informieren Sie sich über die Internet- und Handynutzungsgewohnheiten Ihres Kindes, auch wenn es keine Belästigung gibt. Zeigen Sie Interesse an der Lebenswelt Ihres Kindes! Verurteilen Sie Ihr Kind nicht, sondern zeigen Sie, wie man aus Fehlern gemeinsam lernen kann. Stoßen Sie Ihr Kind nicht vor den Kopf, indem Sie besserwisserisch agieren. Internet und Handy spielen, auch wenn sie für Belästigungen missbraucht werden können, für die Betroffenen meist noch immer eine wichtige Rolle in der Freizeit und Schule. Versuchen Sie den Täter oder die Täterin zu identifizieren und weisen Sie ihn oder sie darauf hin, dass es sich um ein strafbares Delikt handeln kann. Kontaktieren Sie die Eltern des Täters oder der Täterin und/oder die Schule oder den Ausbildungsplatz.

Was tun, wenn Cyber-Mobbing in der Schule vorkommt?

Wird ein Cyber-Mobbing-Fall bekannt, so muss die Schule – die Schulleitung oder der Klassensprecher – unverzüglich reagieren. Wichtig ist, mit Opfern und Tätern zu sprechen, und das Problem danach keine Privatsache sein zu lassen. Eltern haben oft keine Vorstellung davon, was Cyber-Mobbing eigentlich ist und sind sich der möglichen Tragweite solcher Vorfälle nicht bewusst. Elternabende helfen, Bewusstsein zu schaffen. Außerdem müssen die Lehrer eingebunden werden. Weiterbildungsmöglichkeiten – beispielsweise im Rahmen einer schulinternen Lehrerfortbildung – helfen bei der Sensibilisierung.

Welche Regeln kann eine Schule aufstellen, um Cybermobbing zu minimieren?

Manchmal kann es schon zu einer Entspannung führen, wenn beispielsweise das Handy in der Zeit des Unterrichts abgeschaltet werden muss und dies in der Schulordnung geregelt ist. Auch die Klassenfahrt kann handyfrei gestaltet werden, wenn das Handy täglich zu einer festen Zeit – zum Beispiel eine halbe Stunde vor dem Abendessen – für Kontakte mit der Familie genutzt werden kann.

Mehr Tipps im Umgang mit Cybermobbing gibt es im Internet unter www.lr-online.de www.radiohilft.de