Ist H5N8 gefährlich für Menschen?
Bisher ist weltweit noch kein Mensch mit dem Virus H5N8 infiziert worden, auch nicht in Südkorea, wo es bereits 30 Ausbrüche in Geflügelbeständen gegeben hat. Das sagte die Pressesprecherin des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald, Elke Reinking. "Es sieht so aus, dass H5N8 nicht so leicht auf den Menschen übertragbar ist, was eine gute Nachricht ist."

Wie kam das Virus in europäische Geflügelställe - über Wildvögel oder den internationalen Handel mit Tierprodukten?
Das wird noch untersucht. "Wir schauen ergebnisoffen in alle Richtungen", sagte Reinking. "Bisher gibt es keine Belege für eine Verbindung der Ausbrüche in Europa mit Waren- oder Tiertransporten. Das wurde und wird auch noch weiter geprüft." Der Fund der infizierten Wildente auf Rügen am vergangenen Wochenende stütze eher die Hypothese, dass Wildvögel an der Übertragung beteiligt sind. Der Ornithologe Franz Bairlein von der Vogelwarte Helgoland hält den internationalen Handel nach wie vor für eine Möglichkeit der Übertragung: "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Vogelgrippe über einen Wildvogel übertragen wurde, ist nicht größer, als dass es über internationale Tierprodukte erfolgt ist."

Wie kann das Vogelgrippe-Virus aus Asien nach Europa gelangen - wo doch auf dem Weg hierher keine Ausbrüche bekannt geworden sind?
Krickenten - die infizierte Wildente auf Rügen war eine solche - brüten bis nach Sibirien hinein. Der Zug aus den Brutgebieten in Richtung Westen passe ganz gut ins Bild, sagte Reinking. Es sei durchaus vorstellbar, dass Vögel, die bis nach Europa flogen, sich in Sibirien bei Vögeln aus Asien infiziert haben. Es könne aber auch sein, dass unterwegs wiederum andere Vögel angesteckt wurden, die das Virus weitertrugen. "Das ist noch ein weißer Fleck." Anders als das Virus H5N1 mache H5N8 die Wildvögel offenbar nicht krank, weshalb es keine Berichte über Massensterben an Rastplätzen zwischen Sibirien und Europa gebe. Das war bei H5N1 anders.

Ist die Vogelgrippe für Haustiere wie Hunde oder Katzen gefährlich?
Hunde- und Katzenhalter müssen sich wegen der Vogelgrippe keine Sorgen machen. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass Haustiere sich anstecken könnten. Darauf weist Diplom-Biologin Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut hin.

Was ist zu tun, wenn das eigene Haustier einen toten Vogel im Maul anschleppt?
Dann sei sowieso Vorsicht geboten, argumentiert Reinking. Ganz unabhängig vom H5N8-Erreger fasse man so einen Vogel besser nur mit Handschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte an. Denn Hundebesitzer sollten erbeutete Tiere ihrer Vierbeiner sicherheitshalber grundsätzlich nie mit bloßen Händen berühren. Schließlich könne man nicht wissen, mit welchen Erregern Vögel sonst noch infiziert seien.