Das Verteidigungsministerium lässt für rund zwei Millionen Euro eine neue öffentliche Gedenkstätte für gefallene Soldaten bauen. Sie soll nach Informationen der „Welt am Sonntag“ (WamS) am Volkstrauertag 2014 in Geltow bei Potsdam eröffnet werden, auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Der erste Spatenstich sei in diesem Monat geplant, hatten zuvor die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (PNN) berichtet. „Wir waren und sind als militärische Führer verantwortlich für die Einsätze, in denen unsere Kameraden ums Leben kamen“, sagte der Kommandeur in Geltow, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, der „WamS“.

Der neue Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel, unterstützt eine zentrale Erinnerungsstätte für die in Auslandseinsätzen getöteten Bundeswehrsoldaten. „Es steht außer Frage, dass man als Erinnerung für die gefallenen Bundeswehrsoldaten einen zentralen Ort benötigt. Eine solche Erinnerungsstätte muss öffentlich zugänglich sein. Es ist nicht gut, sie - wie aktuell im Bendlerblock - vor der Öffentlichkeit zu verstecken“, sagte Meckel der „Bild am Sonntag“.

Wie das Blatt berichtete, fordern die Mitglieder des Verteidigungsausschusses in einem Schreiben an Bundestagspräsident Norbert Lammert eine „künstlerisch gestaltete“ Erinnerungsstätte am und im Reichstagsgebäude.

Die Pläne für den zentralen Gedenkort in Brandenburg haben bereits konkrete Formen angenommen. Geplant sind ein mit Stelen gesäumter Weg sowie ein „Wald der Erinnerung“. Auf einer etwa 100 mal 50 Meter großen Fläche sollen auch Teile der Ehrenhaine aus aufgegebenen Feldlagern wieder aufgebaut werden, zum Beispiel aus dem afghanischen Kundus oder dem bosnischen Rajlovac. Laut „PNN“ sind Gedenksteine aus den ehemaligen Feldlagern der Bundeswehr in Afghanistan bereits in Geltow eingetroffen.

Meckel forderte eine breite Diskussion über ein neues Denkmal: „Ich bin dafür, nicht nur an die militärischen, sondern auch an die zivilen Opfer von Auslandseinsätzen zu denken“, sagte der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete. Er war am Samstag zum Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gewählt worden, wie der Volksbund in Kassel mitteilte. Der 61-Jährige tritt die Nachfolge von Reinhard Führer an. Der Volksbund kümmert sich im Auftrag der Regierung um die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland und pflegt derzeit 832 Grabstätten mit 2,5 Millionen Toten in 45 Staaten.