Diese sehen unter anderem vor, dass in dem Gebiet keine Fahrzeuge über 2,8 Tonnen fahren dürfen und generell Tempo 30 gilt. Weiterhin hat das LBGR verfügt, dass auch ungewöhnlich hohe Grundwasserentnahmen sowie Baumfällungen und -rodungen verboten sind. Diese Entscheidungen hat das Gericht bestätigt.

Jedoch sind auch einige Verhaltensmaßnahmen der Cottbuser Bergbehörde unrechtmäßig. So darf das LBGR dem Gericht zufolge nicht generell jede Art von Baumaßnahmen verbieten. Diese Formulierung sei rechtswidrig, weil sie zu unbestimmt ist, sagte Richter Matthias Vogt auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Jedoch ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig.

Wie die Cottbuser Bergbehörde auf diesen Teil des Richterspruchs reagiert, ist noch offen. Dr. Ulrich Obst, Abteilungsleiter im LBGR, sagte gegenüber der RUNDSCHAU, dass seine Behörde prüfen wird, das Verbot zu konkretisieren. Er hofft jedoch darauf, dass die betroffenen Anwohner Aktivitäten von sich aus unterlassen, um sich nicht zu gefährden.

In noch einem Punkt hat das Verwaltungsgericht die Bergbehörde korrigiert. Das LBGR darf den Betroffenen nicht verbieten, Geräte wie Waschmaschinen und Trockner in ihren Kellern zu benutzen. Diese, so die Argumentation des Landesamts, könnten Schwingungen auf das Erdreich übertragen und damit eine Rutschung auslösen. In diesem Fall ist die Bergbehörde laut Gericht überhaupt nicht zuständig. Das sei Aufgabe der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Oberspreewald-Lausitz-Kreises. Diese hat nun bis zum 7. Juni Zeit, sich dazu zu äußern. Bis dahin gilt das Nutzungsverbot weiter. Obst geht davon aus, dass auch die Senftenberger Kreisverwaltung den Waschmaschineneinsatz im Keller verbieten wird. ,,Es hat einfach die falsche Behörde das Richtige angeordnet", sagt er.

Wann die Anwohner in Lauchhammer-Ost Bescheid bekommen, was künftig mit ihren Häusern und Grundstücken geschieht, ist laut Ulrich Obst offen. Er erwartet im Mai das Bodengutachten, das den weiteren Verlauf vorgibt. Selbst wenn es unwahrscheinlich ist, dass Häuser abgerissen werden müssen: Ausgeschlossen ist es nicht.

Am 9. Dezember 2009 hatte das LBGR 29 Grundstücke wegen drohender Absenkungen der Oberfläche ganz oder teilweise gesperrt. Das Gebiet befindet sich auf dem früheren Kippengelände des Tagebaus Lauchhammer III (1898 bis 1921). Ab den 1950er-Jahren waren dort Einfamilienhäuser entstanden.