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Gefährliche Hohlräume in Staumauer

Die Talsperre Spremberg ist einerseits Auffangbecken für Eisen, löst aber wegen der anstehenden Sanierung auch neue Befürchtungen im Spreewald aus.
Die Talsperre Spremberg ist einerseits Auffangbecken für Eisen, löst aber wegen der anstehenden Sanierung auch neue Befürchtungen im Spreewald aus. FOTO: Back-Pictures
Spremberg. Die Talsperre Spremberg schützt den Spreewald vor Ockerschlamm aus dem Oberlauf der Spree. Wegen Schäden in der Staumauer muss sie im Sommer erneut saniert werden. Der Wasserstand wird jedoch schon bald reduziert. sim

Bei den vorherigen Sanierungsarbeiten an der Staumauer Spremberg wurde die Gefahr entdeckt. Im östlichen Flügel befindet sich ein größerer Hohlraum, der die Standsicherheit gefährdet. "Eine Sanierung der Staumauer ist unumgänglich", sagt Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke). Mit straffem Zeitplan sollen die Bauarbeiten im August beginnen, doch ohne Beeinträchtigung Erholungsuchender am Stausee werde es nicht gehen.

Zur Entlastung der Mauer soll der Wasserstand schon bald um 75 Zentimeter abgesenkt werden. Für die Baumaßnahmen geht der Wasserstand dann weitere drei Meter nach unten. Bis dahin sollen zusätzliche Maßnahmen zum Rückhalt des Eisenockers aus den sächsischen Bergbaugebieten vorbereitet werden.

Denn die Talsperre hat dafür große Bedeutung. Das belegt eine neue Untersuchung von Wilfried Uhlmann vom Institut für Wasser und Boden (IWB). Von Juli 2012 bis Oktober 2013 hat er dazu die Eisenbelastung vor und hinter der Talsperre Spremberg gemessen.

Danach fängt das Speicherbecken im Sommer 70 bis 90 Prozent der Eisenockerfracht ab, die sich in einem Mischschlamm am Boden absetzt. Im Winter beträgt die Wirkung 40 bis 60 Prozent. Durch den Einbau eines Fangdammes könnte die Wirkung noch erhöht werden, so Uhlmann.

Wenn für die Sanierung der Staumauer im Sommer der Wasserstand abgesenkt werden muss, verringere das die Rückhaltewirkung nicht, im Gegenteil: "Je länger das Wasser in der Talsperre bleibt, um so mehr Ocker kann sich absetzen." Gefährlich wäre nur ein Hochwasser in einer solchen Situation.

Wilfried Uhlmann, der sich seit Jahren mit der Eisenockerbelastung der Spree beschäftigt, geht wegen des hohen Eisengehaltes der Spreewitzer Rinne davon aus, dass die Region noch "auf Jahrzehnte" mit diesem Problem zu tun haben wird.