Andererseits steht die Landesregierung von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) dem interkommunalen, vor Ort entwickelten Projekt weiterhin kritisch gegenüber, sodass es nach wie vor keine Förderzusage - allerdings auch keine Förderabsage - gibt. Nach einer nochmaligen Präsentation der Konzepte in Bonn am 27. September will die Bundesgartenschaugesellschaft im Herbst den Zuschlag erteilen. Geht er nach Brandenburg, wäre es nach Cottbus 1995 und Potsdam 2001 die dritte Bundesgartenschau im Land.

Landesregierung skeptisch
Doch die Landesregierung tut sich schwer mit der Buga-Bewerbung der Havelregion, die ohne ihre Unterstützung und gegen ihren Willen bei der Buga-Gesellschaft eingereicht wurde - die aber auf Landesförderung angewiesen wäre. In einem aktuellen Antwortschreiben von Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) auf eine kleine Anfrage der Linkspartei-Opposition im Landtag, die das Buga-Projekt unterstützt, finden sich dazu deutliche Worte: Das Konzept werde "nach intensiver Abstimmung mit allen Ressorts aus inhaltlicher wie finanzieller Sicht als nicht unproblematisch beurteilt", heißt es darin. Außerdem seien die Bewerberstädte der Bitte der Regierung, "Prioritäten" für ihre Stadtentwicklungsprojekte unter Berücksichtigung der Buga zu benennen, "nicht in der geforderten Klarheit nachgekommen".
Laut Dellmann-Schreiben belaufen sich die Investitionskosten für die auf mehrere Städte verteilte Buga auf rund 60 Millionen Euro, davon rund 50 Millionen Euro für Brandenburg, sieben Millionen Euro für Rathenow und 2,5 Millionen Euro für Premnitz. Die Havelregion setzt darauf, dass diese Investitionen auch unabhängig von der Buga durchgeführt werden sollen. Zum anderen sollen etwa das bereits sanierte Pauli-Kloster oder das Landesgartenschau-Gelände in Rathenow Buga-Kulissen werden, was die Kosten veringert. Auch im Vergleich zu den Bugas in Potsdam oder Cottbus, wo das Land 100 bis 250 Millionen Euro investierte, sei eine Summe von 60 Millionen Euro für einen Zeitraum bis 2015 verträglich, heißt es. Zudem sei Brandenburg einer der Wachstumskerne, die die Regierung besonders fördern will.

Knappe Fördermöglichkeiten
Im Gegensatz dazu verweist Dellmann in dem Schreiben auf die knapperen Fördermittel insbesondere im EU-Programm Efre, aus dem für den gesamten Süden Brandenburgs wohl nur 40 Millionen Euro zur Verfügung stehen werden. Daher, so warnt Dellmann, seien "die Unterstützungsmöglichkeiten für die Buga-Bewerbungsstädte (. . .) begrenzt", ebenso die Fördermöglichkeiten anderer Ressorts.
Zugleich wächst die Unterstützung für die Buga-Bewerbung der Havelregion, die mittlerweile von einer bunten wie breiten Allianz unterstützt wird. Sie reicht von Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD), der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer, den SPD-Landtagsabgeordneten der Region bis zur Linkspartei-Fraktion im Landtag. Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) ist deshalb immer noch "zuversichtlich", dass die Landesregierung über ihren Schatten springt und die Havelregion den Zuschlag erhält. "Das Konzept ist gut."