Ministerpräsident Georg Milbradt und Justizminister Thomas de Maizière (beide CDU) werden gemeinsam mit Zeitzeugen und Journalisten eine Rundfahrt zu Schauplätzen der dramatischen Ereignisse machen und erinnern bei einer Feierstunde in der Frauenkirche an die Juni-Tage, teilte die Staatskanzlei gestern mit. Görlitz war damals eine Hochburg des Widerstandes gegen das SED-Regime.
"In Görlitz hatte der 17. Juni 1953 eine besondere Qualität", begründete Regierungssprecher Christian Striefler die Wahl des Veranstaltungsortes. Die Gründung einer provisorischen Stadtverwaltung war damals DDR-weit ein Novum. Mehr als 30 000 Bürger - etwa ein Drittel der Görlitzer Bevölkerung - beteiligten sich damals an den Protesten.
Das Rathaus, die Kreisleitung der Freien Deutschen Jugend, ein Gebäude der Polizei und andere Stützpunkte der Staatsmacht waren zeitweilig in den Händen der Aufständischen. (dpa/bra)