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| 02:39 Uhr

Gedenken an Opfer der Konzentrationslager

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (l., SPD) unterhält sich in Oranienburg mit Roger Bordage, Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (l., SPD) unterhält sich in Oranienburg mit Roger Bordage, Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees. FOTO: dpa
Oranienburg/Schlieben. Mit Gedenkveranstaltungen hat die brandenburgische Landesregierung am Wochenende an die Befreiung der Nazi-Konzentrationslager vor 72 Jahren erinnert. Wer sich mit den Schicksalen der Opfer beschäftige, lerne den Wert von Frieden, Freiheit und Demokratie schätzen, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Sonntag in der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg (Oberhavel). Ralf Hübner / dpa/kr

Die Gedenkstätten machten als "Orte des Anstoßes" bewusst, wie leicht demokratische Strukturen angegriffen werden können und wie schwer es sei, sie zu verteidigen.

Zu dem Gedenken waren auch ehemalige Häftlinge aus fünf Nationen gekommen. Zuvor hatte der Kreissportbund Oberhavel eine Gedenktafel für den Kapitän der polnischen Rudermannschaft bei den Olympischen Spielen 1936, Wlodzimierz Dlugoszweski (1905-1945), enthüllt, der an den Folgen der Haft starb.

Als "Modell- und Schulungslager" in der Nähe Berlins hatte das KZ Sachsenhausen eine Sonderstellung. Zwischen 1936 und 1945 waren dort mehr als 200 000 Menschen gefangen.

Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hatte am Vormittag in der Gedenkstätte Ravensbrück in Fürstenberg/Havel zusammen mit etwa 400 Gästen der Häftlinge des damaligen Frauen-Konzen trationslager gedacht. "Hier wurden Menschen erniedrigt und ihrer Würde beraubt", sagte sie. Gerade junge Menschen sollten für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden.

Zwischen 1939 und 1945 waren im KZ Ravensbrück 132 000 Frauen, 20 000 Männer und 1000 weibliche Jugendliche des Jugendschutzlagers Uckermark aus mehr als 40 Nationen als Häftlinge registriert worden.

Schon am Samstag hatte Staatssekretär Martin Gorholt bei einer Feierstunde im ehemaligen KZ-Außenlagers Schlieben-Berga (Elbe-Elster) dazu aufgerufen, nie zu vergessen, wohin Diktatur, Rassismus und Überlegenheitswahn führen. Die Jugend wachse wie selbstverständlich in der Demokratie auf. Deshalb sei es wichtig zu zeigen, dass Freiheit, Pluralismus und Mitmenschlichkeit täglich neu verteidigt werden müssten.

In Berga bei Schlieben stand das drittgrößte von insgesamt 136 Außenlagern des Konzentrationslagers Buchenwald. Bis zu 5000 Menschen waren dort inhaftiert.

Die genaue Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Rund 130 Häftlinge wurden am 21. April 1945 durch die Rote Armee befreit.