Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte bei Veranstaltungen in Ravensbrück und Sachsenhausen: "Ich bin jedem einzelnen der Zeitzeugen dankbar, dass er die Kraft aufbringt, an die Orte des Schreckens zurückzukehren." Zum Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen waren auch 300, meist über 80-jährige, Überlebende verschiedener Nationen angereist. Der am Vormittag in Ravensbrück abgehaltenen Gedenkveranstaltung schloss sich eine Feier in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg an. Dabei erinnerte der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, dass die wenigen Überlebenden bis heute Gefangene qualvoller Erinnerungen seien. Sie litten an einer Wunde, die niemals heile. Im KZ Ravensbrück waren zwischen 1939 und 1945 rund 133 000 Frauen und Kinder sowie 20 000 Männer aus 40 Nationen in Haft.Im niedersächsischen Bergen-Belsen rief Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vor fast 200 Überlebenden dazu auf, jeder Form von Gewalt, Unterdrückung und Verfolgung entgegenzutreten. Die Erinnerung müsse weitergetragen werden. Auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen bei Celle erinnerte Niedersachsens Ministerpräsident Wulff an die 52 000 Häftlinge des KZ und die 20 000 Kriegsgefangenen, die dort seit 1941 umkamen. "Unendlich viele Lebenszusammenhänge wurden zerstört." Nur die Überlebenden wüssten, welchen Unterschied ein Tag, Stunden oder auch nur Minuten vor und nach der Befreiung durch britische Truppen am 15. April 1945 ausgemacht hätten. Überlebende des Lagers Bergen-Belsen waren in Begleitung von Angehörigen aus aller Welt nach Deutschland gereist. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) würdigte ihr Kommen als "große Geste". epd/kr