Wo sonst die Studenten und Hochschulmitarbeiter zu speisen pflegen, sind heute Menschen mit Schlips und Kragen unterwegs. Der Hochschulgeburtstag muss mitten auf dem Senftenberger Campus gefeiert werden, hatte Präsident Prof. Günter H. Schulz verfügt. Und so begrüßt er die Gäste mit Erinnerungen an die Anfangszeit der Hochschule, damals 1991, als es auch in der Energieregion Lausitz einen Umbruch gab, aus Restlöchern Seen wurden und viele Ingenieure in der Energiewirtschaft ihre Arbeit verloren. Nicht gerade förderlich für die Bereitschaft zum Ingenieurstudium - aber dennoch habe sich die Hochschule aus den Fundamenten der Ingenieurschule für Bergbau und Energetik Senftenberg und im Grunde auch der Ingenieurschule Cottbus trotz kleinerer Krisen gut entwickelt.

Aus den anfangs 100 Studenten, die der damalige brandenburgische Wissenschaftsminister Hinrich Enderlein in der Eröffnungsrede am 9. Dezember 1991 nannte, sind reichlich 3500 geworden. Von den 7155 Absolventen arbeiten über 4000 in den heute vom Fachkräftemangel bedrohten Ingenieur- und Naturwissenschaften. Er hoffe, dass die Hochschule auch weiter wesentlicher Teil der Brandenburger Hochschullandschaft bleibe, sagt Schulz angesichts der Kommissionen, die gerade wegen der Sparvorhaben des Landes die Hochschulen bewerten.

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst kann allerdings nichts entgegnen - sie ist krank und hat laut ihrem Sprecher auch am Montag alle Termine abgesagt. Sie schickt Grüße über eine Pressemitteilung.

Auch Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze schlägt noch einmal in dieselbe Kerbe wie der Präsident mit der Bitte, dass die Potenziale dieser Hochschule und ihre positive Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region in keinster Weise gefährdet werden dürfen. "Die Unterstützung der Region und der regionalen Politik ist Ihnen dabei gewiss", sagt Heinze in Richtung Hochschulleitung.

Auch der Bürgermeister der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, der zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Hochschule Lausitz ist, bekräftigt: "Die Hochschule Lausitz ist Motor für die Wirtschaft in der Region, und auch Motor für den Austausch von Ideen." Die Stadt Senftenberg habe seit 2009 ein Förderprogramm aufgelegt: Unternehmen, die einen Absolventen der Hochschule einstellten, erhielten eine Förderung. 13 Absolventen konnten so einen Arbeitsplatz bekommen. Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski richtet Glückwünsche aus der Schwesterstadt Cottbus aus und würdigt die damalige Entscheidung für beide Standorte.

Man dürfe trotz aller Krisen das Ziel nicht aus den Augen verlieren, die Absolventen darin zu befähigen, die anstehenden Probleme - im Finanz-, Klima- oder Bevölkerungsbereich - zu lösen, sagt Prof. Schulz noch.

Dann lädt der Senftenberger Intendant Sewan Latchinian - dessen Tochter auch an der Hochschule Lausitz studiert hat - mit einem viel bejubelten Jodler zum GlückAufFest ein.