Dort tobte am Kriegsende die letzte große Kesselschlacht, in der vermutlich mehr als 40 000 Menschen ums Leben kamen. Die Zeremonie, an der rund 300 Menschen teilnahmen, bildete den Abschluss eines Internationalen Workcamps mit 35 Jugendliche aus fünf Nationen.
Das Totengedenken bei der bewegenden Zeremonie sprachen eine junge Moldawierin und ein junger Russe. Ihr wohnte in Vertretung von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck Finanzminister Rainer Speer (beide SPD) bei. Der Vorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Brandenburg, Herbert Knoblich, mahnte in seiner Rede zur Versöhnung. Auch angesichts gegenwärtiger Kriege sei es notwendig, sich an das grausame Geschehen vor mehr als 60 Jahren zu erinnern.
Die Gefallenen müssten ein würdiges Begräbnis erhalten, sagte Knoblich. Sie waren damals meistens an Ort und Stelle verscharrt worden: in Gärten, Wäldern oder auch Straßengräben. Im April 1945 war es der Roten Armee gelungen, Wehrmachtverbände in der Stärke von ungefähr 200 000 Mann einzuschließen, darunter auch Flüchtlinge, Frauen und Kinder. Statt ein Kapitulationsangebot der Sowjets anzunehmen, leisteten die deutschen Truppen auf Hitlers Befehl bis zuletzt Widerstand. Die Folgen waren verheerend.
Von den 115 am Samstag beigesetzten deutschen Soldaten konnten 19 mit Namen identifiziert werden. Mit seinen rund 22 400 Kriegstoten gilt Halbe als größter deutscher Soldatenfriedhof. Auf maßgebliche Initiative des Ortsgemeindepfarrers Ernst Teichmann war er ab 1951 auf einem sieben Hektar großen Waldgelände angelegt worden. Teichmann wäre am Samstag 100 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren gab es nach der Einbettungszeremonie eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung an seinem Grab. (dpa/mb)