Nach der Ankunft Hunderttausender Flüchtlinge in Deutschland hat Bundespräsident Joachim Gauck erstmals in deutlichen Worten von Grenzen der Aufnahmefähigkeit gesprochen. Es bestehe ein "fundamentales Dilemma" zwischen großer Hilfsbereitschaft auf der einen und endlichen Möglichkeiten auf der anderen Seite, sagte Gauck nach dem vorab verbreiteten Redetext in Mainz. In einer Ansprache zur Eröffnung der Interkulturellen Woche erklärte das Staatsoberhaupt, das Asylrecht sei nicht nach Zahlen bemessen, aber "unsere Aufnahmekapazität ist begrenzt, auch wenn noch nicht ausgehandelt ist, wo diese Grenzen liegen."

In einer RUNDSCHAU-Umfrage haben etwa 70 Prozent der rund 600 Teilnehmer geäußert, dass sie die Aufnahmekapazität von Flüchtlingen in Deutschland bei rund 800 000 für ausgereizt ansehen.

Derweil steigt in Berlin und Brandenburg die Zahl der Flüchtlinge weiter. Bis zum Montag sollen mehr als 1000 Menschen mit Sonderzügen kommen.

In Radebeul haben Unbekannte das Bürgerbüro des SPD-Landesvorsitzenden und stellvertretenden sächsischen Ministerpräsidenten Martin Dulig angegriffen. Mit Pflastersteinen seien in der Nacht zum Sonntag die Scheiben zertrümmert und Teile der Inneneinrichtung beschädigt worden, teilte seine Partei mit.

In Heidenau waren am Samstagabend vier Flüchtlinge aus Pakistan angegriffen worden, zwei von ihnen wurden verletzt. Laut Polizei-Angaben soll es sich bei den Tätern um russischstämmige Jugendliche gehandelt haben.

Vor einer noch leeren Flüchtlingsunterkunft in Niederau bei Meißen hatten in der Nacht zum Samstag laut Polizei rund 20 teils Betrunkene versucht, den Bauzaun um den früheren Supermarkt umzustoßen.

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