Sachsens Dehoga-Präsident Heinz-Georg Schneider sagte gestern in Dresden, er gehe davon aus, dass es in diesem Jahr einen leichten Aufwärtstrend gerade bei der Hotel-Auslastung geben werde. Er sehe "Licht am Ende des Tunnels". Dass es enormes Potenzial gibt, ist offensichtlich: Im vergangenen Jahr habe die Auslastung bei Übernachtungen gerade einmal 32 Prozent betragen.
Mit 8,5 Millionen Übernachtungen von Mai bis Oktober 2003 sei fast der Wert vom Sommerhalbjahr 2001 erreicht worden. Im vergangenen Jahr erwies sich Schneider zufolge die Stadt Leipzig als "Super-Renner". Im Vergleich der ersten elf Monate 2003 mit denen des Vorjahres habe sie ein Plus von 9,3 Prozent bei den Ankünften und 7,6 Prozent bei den Übernachtungen zu verzeichnen. Zurückzuführen sei dies auf den höheren Bekanntheitsgrad der Stadt infolge der Olympiabewerbung für 2012. Der Erfolg auf nationaler Ebene im April 2003 habe den bis dahin sowieso schon positiven Trend der Messestadt noch weiter verstärkt. Falls Leipzig im Mai zur "Candidate City" erklärt wird, werde die Stadt noch einmal massiv profitieren, Olympia als Joker fungieren.
Dass Dresden im Vergleich zu 2002 mit einem Übernachtungsplus von knapp elf Prozent ebenfalls einen Zuwachs vermeldete, ist laut Schneider indes wenig aussagefähig - schließlich war die Elbmetropole im Jahr der Flutkatastrophe besonders gehandicapt. Für die Landeshauptstadt erwarte er unter anderem wegen der Entstehung des Kongresszentrums künftig eine Verbesserung. Gerade beim Kongress-Tourismus laufe Leipzig Dresden bisher den Rang ab. Als weiteren Trumpf sieht Schneider den Baufortschritt an der Dresdner Frauenkirche. Falls die Aussichtsplattform sogar noch in diesem Jahr für Besucher geöffnet werde, könne sich das vor allem auf den Bus-Tourismus positiv auswirken.
Sorgen bereitet dem Gastro- und Hotelgewerbe indes der Preisverfall. Die Suche nach Schnäppchen, die der Einzelhandel "fast wie eine Ideologie" vor sich her trage, gefährde die Arbeitsplätze im Gastgewerbe, warnte Schneider. Dagegen ergreift der Verband selbst verstärkt Initiative, um mehr Gäste nach Sachsen zu locken. So können sich Sachsens Gastronomen ihren Kunden seit November vergangenen Jahres über das Internetportal www.gastinsachsen.de präsentieren.

Zum Thema Gäste locken
 Sachsens Gastronomen können sich seit November vergangenen Jahres über ein Internetportal präsentieren - gegen einen monatlichen Obolus von zehn Euro. Die Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes Sachsen (Dehoga), von denen es nach Verbandsangaben derzeit 2340 gibt, müssen fünf Euro zahlen. Insgesamt zählt das Gastgewerbe in Sachsen laut Dehoga 18 000 Einrichtungen. Informationen im Internet www.gastinsachsen.de