Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Westfalen bevölkertes Land will sich den Feiergrund nicht vorschreiben lassen. Nordrhein-Westfalen leistet Widerstand. Ihrer Kreativität freien Lauf haben dort offenbar die Schreiber des Feiertagsgesetzes gelassen. In Paragraf 2 des Gesetzes über die Sonn- und Feiertage steht: "Der 1. Mai als Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde." In NRW steckt also eine Menge drin an diesem Feiertag - allein den Begriff "Arbeit" sucht der Gesetzesleser vergeblich. Ein Mitarbeiter im brandenburgischen Innenministerium, das für das hiesige Feiertagsgesetz verantwortlich ist, glaubte gar veräppelt zu werden, als er nach dem offiziellen Namen des Maifeiertages in Brandenburg befragt wurde. "Bei uns heißt das Tag der Arbeit", garantiert der Mann aus Potsdam. Und auch seine Recherche ergab: Die Westfalen feiern offenbar ihre eigene Feier. Doch was schlimm klingen mag, ist gar nicht so wild. Denn die westfälischen Widerständler wissen gar nichts von ihrem Aufruhr. "Diese Bezeichnung habe ich noch nie gehört", sagt ein Mitarbeiter aus dem dortigen Referat Feiertagsrecht . Na dann: frohen Widerstand!