Brandenburger Gärtnereien und Zierplanzenbetriebe hoffen auf einen guten Start in die Frühjahrssaison. „Einen Auftakt wie im Vorjahr durch den Wintereinbruch können wir uns nicht leisten“, sagte Klaus Hentschel, Präsident des Gartenbauverbandes Brandenburg. Eiseskälte und lange gefrorene Böden hatten den Verkauf der Frühjahrsblüher gestoppt. Viele Betriebe konnten die Pflanzen nicht absetzen und mussten sie auf den Kompost werfen.

In Brandenburg gibt es nach Angaben des Gartenbauverbandes 75 Zierpflanzenbaubetriebe, in Berlin 8. Insgesamt bewirtschaften sie in beiden Ländern knapp 67 Hektar. Auf diesen Flächen werden 12,3 Millionen Beet- und Balkon- sowie Staudenpflanzen produziert. Beschäftigt werden etwa 125 Arbeitskräfte im Zierpflanzenbau.

Blüten schon zu sehen

Primeln, Tausendschönchen und auch Violen zeigten derzeit in den Gewächshäusern schon vielerorts ihre Blüten. „Der Verkauf beginnt langsam“, sagt Hentschel, Geschäftsführer des Pflanzenbetriebes Fontana in Manschnow (Märkisch-Oderland). Wenn es wärmer werde, steige auch die Nachfrage.

Problematisch sei der zunehmende Preisdruck durch Großabnehmer wie Bau- oder Supermärkte, sagte er. „Sie wollen die Pflanzen immer billiger haben.“ Mit Verkaufspreisen unter 50 Cent könne keine Pflanze kostendeckend produziert werden.

Direkter Weg zum Kunden

Immer mehr Betriebe versuchten, möglichst direkt die Kunden anzusprechen und ihre Ware vor Ort zu verkaufen. „Dann können besser die Preise beeinflusst werden“, sagte Hentschel.

Gartenbaubetriebe müssen nach Angaben des Verbandes ihre Nische finden. Betrieben in Regionen mit geringem Direktvermarktungspotenzial bleibe sicherlich nur der Absatz und die Vermarktung an Händler, sagt Andreas Jende, Geschäftsführer des Verbandes. Der Markt sei nicht einfach und verlange immer neue innovative Produkte.

An die Bienen denken

Bienenfreundliche Pflanzen für Beet und Balkon seien gute Möglichkeiten, sich zu profilieren. Auch die Aktion „Pflanze des Jahres“ werbe für die Branche. Angeboten werden auch Topfkräuter, Gemüse oder Dienstleistungen wie die Bepflanzung von Balkonkästen. Mit angeschlossenen Hofcafés würden ebenfalls Kunden angelockt.

Nach den Frühjahrsblühern werden die Gewächshäuser dann vorbereitet für die nächsten Saisonpflanzen: Geranien sowie Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken oder Zuccini.