20 Uhr musste sich die Mannschaft um Fahnenträger Dirk Nowitzki im benachbarten Nationalen Hallenstadion einfinden, erst gegen 23 Uhr lief Deutschland als 198. Nation ein. "Ich denke, es war eine Supersache", sagte Sebastian Piersig von der SG Einheit Spremberg. "Ich fand vor allem die Entzündung der Flamme sehr bewegend", so der Olympiastarter im C2. Die lange Wartezeit hätten die Sportler mit guter Stimmung überspielt, zu der die Neuseeländer mit einem "Eingeborenen-Tanz" beigetragen haben.
Die Madison-Vizeweltmeister Olaf Pollack (Kolkwitz) und Roger Kluge (Cottbus) verfolgten die Zeremonie von den Sitzplätzen in der Kurve beim Marathon-Tor. Die beiden Bahnradsportler waren erst gestern in Peking angereist und verzichteten bei großer Hitze und Schwüle auf den anstrengenden Einmarsch. "Ich habe schon Gänsehaut bekommen und jetzt wirklich begriffen, dass ich als ,alter Mann' bei den Spielen dabei bin", sagte der 34-Jährige, der schon 2000 in Sydney startete, damals aber nicht bei der Eröffnung teilnahm. "Wahnsinn, wie viele Chinesen es gibt", sagte Roger Kluge, der den Einmarsch der Nationen als "etwas lang atmig" bewertete. "Die Entfachung der Flamme war dann wieder grandios. Schön, dass man so ein seltenes Erlebnis bewundern konnte", so der 21-jährige Olympia-Neuling.
Bahn-Sprinter Maximilian Levy aus Cottbus zeigte sich vor allem von der großen Kulisse beeindruckt. "Das war schon ein geiles Gefühl, in so ein volles Stadion zu marschieren wie die Gladiatoren", sagte der 21-Jährige.
Ein großes Lob für die Organisatoren hatte Wilfried Lausch, Leiter des Olympiastützpunktes Cottbus/Frankfurt (Oder) parat, der in Peking beim Boxen als Delegierter teilnimmt: "Die Feier war toll gemacht und die Organisation hat gut geklappt."