Nach der Klausur der Brandenburger SPD-Landtagsfraktion im Seehotel Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) ging der Bundesvorsitzende mit der schwarz-gelben Regierung in Berlin in Sachen Energiewende scharf ins Gericht. Praktisch sei der Start "vor die Wand" gefahren worden. Da Netze und Speicher für die erneuerbaren Energien nicht zur Verfügung stünden, würden Kohle- und Gas-Kraftwerke noch über einen langen Zeitraum benötigt. Sigmar Gabriel sprach sich dafür aus, im Bau befindliche Kohlekraftwerke ans Netz zu bringen. Sie würden benötigt, um eine stabile Energieversorgung der Industrienation Deutschland zu sichern.

Die Brandenburger SPD-Landtagsfraktion geht in ihrem Strategiepapier zur Industriepolitik noch einen Schritt weiter. Sie hält die Option für ein neues, modernes Kohle-Kraftwerk in der Lausitz offen.

In Bezug auf die steigenden Strompreise wirft SPD-Chef Gabriel der Bundesregierung vor, mit beabsichtigten Kürzungen bei der Umlage zum Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) ein Ablenkungsmanöver zu vollführen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) solle aufhören, die Industrie zu beschädigen. Noch immer nehme der Staat über den Mehrwertsteueranteil beim Strom mehr als eine halbe Milliarde Euro ein. Gabriel: Ziel müsse es sein, diese Stromsteuer zu senken, um bezahlbare Preise zu sichern.