Gabriel will den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) aus fossilen Kraftwerken von 2016 bis 2020 pro Jahr um 4,4 Millionen Tonnen verringern. Die Kraftwerke sollen damit einen Beitrag zum Erreichen des Klimaziels der Bundesrepublik für 2020 leisten. Die Gesamtmenge von 22 Millionen Tonnen entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß des 3000 Megawatt-Vattenfall-Kraftwerks in Jänschwalde (Spree-Neiße).

Die Energieunternehmen hätten "zurückhaltend freundlich" auf die Einsparforderung reagiert, sagte Gabriel nach dem Treffen am Montagnachmittag. Er kündigte an, ein entsprechendes Gesetz bis zum Sommer 2015 vorzulegen, notfalls auch gegen den Widerstand der Unternehmen. Den Kraftwerksbetreibern soll es jedoch freigestellt werden, wie sie die Einsparung realisieren, ob durch Stilllegung einzelner Anlagen oder Verteilung auf alle Kraftwerke.

Der Energiekonzern Vattenfall Mining und Generation, der in der Lausitz Braunkohle-Tagebaue und Kraftwerke betreibt, wollte sich nicht zu dem Gespräch im Bundeswirtschaftsministerium äußern. Der Bundesverband der Energiewirtschaft sieht angesichts der "äußerst schwierigen Lage im deutschen Kraftwerkspark keinen Spielraum für weitere einseitige Vorleistungen der Kraftwerksbetreiber".

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nennt als mögliche Kandidaten für die Abschaltung alter Kohlekraftwerke das gesamte Kraftwerk Jänschwalde und zwei ältere Blöcke in Boxberg.