Darauf verständigten sich die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G 8) am Wochenende im französischen Seebad Deauville, ohne eine genaue Frist zu nennen.
Der Irak sei "zurzeit nicht in der Lage", seine Schulden zu bedienen, sagte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) nach dem Treffen. Sein amerikanischer Amtskollege John Snow erklärte, die Schulden des Iraks sollten nach einhelliger Meinung in der G 8 bis mindestens Ende 2004 gestundet werden. Eichel und Snow sagten, zunächst sollten der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank die tatsächliche wirtschaftliche Lage in dem Land ausloten.
Die im Pariser Club zusammengeschlossenen Geberländer würden mit Verhandlungen über eine Umschuldung erst beginnen, wenn es eine stabile Regierung und Verwaltung im Irak gebe, betonte Eichel. Vorstellbar sei eine Streckung der Schulden. Grundsätzlich aber sei der Irak wegen seiner Ölreserven ein "potenziell reiches Land". Die Auslandsschulden des Iraks werden auf etwa 127 Milliarden Dollar geschätzt. Russland ist dabei der größte Gläubiger.
Angesichts der anhaltend schwachen Weltwirtschaft wollen die G-8-Staaten ihre Anstrengungen für Strukturreformen verstärken. Eichel räumte ein, dass nach wie vor hohe Risiken für einen wirtschaftlichen Abschwung bestünden. So seien die Folgen der so genannten Aktienblase nicht ganz überwunden. (dpa/ab)