Nach einer Umfrage des Museumsverbandes unter 136 Museen im Land befinden sich zahlreiche der Häuser durch Personalabbau und sinkende Zuschüsse am Existenzminimum. Besonders den etwa 98 Prozent nicht staatlichen Häusern stünden harte Zeiten bevor, schreibt der Verband in seiner "Enquete zur Lage der Museen in Brandenburg 1991-2001".
"Wir hatten in den letzten zehn Jahren eine Verdreifachung der Museen, aber keine Verdreifachung der Mittel", erklärte die Geschäftsführerin des Verbandes, Susanne Köstering. Brandenburgs Museen - ausgenommen die der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sowie der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten - müssten jährlich im Schnitt mit 180 000 Euro auskommen. Anfang der 90er-Jahre seien es umgerechnet 200 000 Euro gewesen, Mitte des Jahrzehnts 310 000 Euro. Zugleich sei die Zahl der Bediensteten im Schnitt von drei auf zwei gesunken, nur noch 44 Prozent der Mitarbeiter habe eine feste Stelle.
Nach den Worten von Köstering bleiben angesichts der schwierigen Finanzlage auch Forschung und Museumspädagogik auf der Strecke. Sie kritisierte, dass eine fundierte Debatte über die Konsequenzen der Einschnitte bislang ausgeblieben sei. "Kulturinvestitionsprogramme und Kulturland-Projekte gaben punktuelle Impulse, ohne dass jedoch eine stabile Förderstruktur entwickelt worden wäre."
Wanka räumte ein, das dass Land gefordert sei, seine Förderpolitik auf den Prüfstand zu stellen. Zugleich betonte sie aber: "Klar ist, dass der Großteil der Museen kommunal von Interesse ist und dort auch die Hauptverantwortung liegt."
Der Vorstandssprecher des Museumsverbandes Brandenburg, Christian Hirte, mahnte, notwendige Einsparungen "in erträglicher Weise" vorzunehmen. Denkbar sei etwa die Zusammenlegung von Museen zu einer Kultur-GmbH oder eine gemeinsame Leitung für mehrere Häuser. "Wichtig ist, dass einzelne Häuser ihr Profil und ihre Gestaltungskompetenz behalten", betonte Hirte. (dpa/ta) Museumsverband im Internet: www.museen-brandenburg.de

Hintergrund Kommunale Hauptlast
 Nach Angaben des Museumsverbandes sind Bund und Land Brandenburg als Träger von Museen mit etwa zwei Prozent deutlich weniger engagiert als im Bundesdurchschnitt (acht Prozent). Die Hauptlast trügen mit 53 Prozent Städte und Gemeinden. Das Land investierte nach Angaben von Kulturministerin Johanna Wanka im vergangenen Jahr insgesamt 16,5 Millionen Euro in Ausstellungen und Museen.