Auf ihrer jüngsten Sitzung billigten die Abgeordneten die Gründung der „Medizinische Versorgungszentren der Oberlausitz gGmbH“ als Tochtergesellschaft, die ihren Sitz in Bischofswerda haben soll, und beschlossen deren Gesellschaftervertrag.
„Ziel ist es, überall dort, wo sich kein Praxisnachfolger findet, die erforderliche Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten“ , erklärt der Geschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken gGmbH, Reiner E. Rogowski. Derzeit gebe es entsprechende Anfragen aus Weißenberg und Hochkirch. Dies sollen laut Rogowski auch die ersten Standorte für Medizinische Versorgungszentren (MVZ) im Landkreis sein. Einen konkreten Zeitplan für die Einrichtung gebe es jedoch noch nicht. Gleichzeitig schließt der Geschäftsführer kategorisch aus, in Wettbewerb mit anderen Interessenten um frei werdende Arztpraxen zu treten: „Sobald sich eine andere Lösung ergibt, ziehen wir uns zurück.“ Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) geht davon aus, dass etwa 20 Prozent aller Praxeninhaber im Landkreis Bautzen in den nächsten fünf bis zehn Jahren in den Ruhestand treten werden. „Auch wir können das Problem der Nachwuchsgewinnung nicht grundlegend lösen“ , so Reiner E. Rogowski, „aber doch den jungen Ärzten attraktivere Bedingungen für die Praxistätigkeit schaffen.“ Dazu zähle vor allem die Übernahme des unternehmerischen Risikos durch die Medizinische Versorgungszentren der Oberlausitz gGmbH, in der die Praxisärzte eine feste Anstellung erhalten. Die Bezahlung, so Rogowski weiter, werde allerdings leistungsorientierte Elemente enthalten.
Von Seiten der Klinikum Hoyerswerda gGmbH gibt es derzeit keine Bestrebungen, MVZ im ländlichen Raum einzurichten, wie Sprecherin Martina Thies mitteilt. „Wir betreiben schon seit geraumer Zeit und erfolgreich ein solches Zentrum unmittelbar am Klinikum“ , erklärt sie. „Weitere Planungen sind mir nicht bekannt.“