Sie ist damit landesweit die neunte Gemeinschaftsschule - eine Idee, die die SPD im Koalitionsvertrag von 2004 erstmals durchgesetzt hatte.Das CDU-geführte Kultusministerium setzt allerdings seinen restriktiven Kurs gegenüber Gemeinschaftsschulen fort und ließ drei weitere Bewerber abblitzen: Die Konzepte der Schule in Leipzig Nordost, der Mittelschule Bad Düben und der Sophienschule Colditz entsprächen "nicht den Qualitätsanforderungen", hieß es. Zudem sei die Sicherheit der Colditzer Sophienschule nicht gewährleistet, da "lediglich drei Mal in den nächsten neun Jahren die erforderlichen Mindestschülerzahlen erreicht werden".Als erste waren 2006 die Nachbarschaftsschule Leipzig und die Paul-Guenther-Schule Geithain zugelassen worden, in den Jahren danach die Mittelschule in Dresden-Pieschen, der Schulversuch Chemnitz, die Parkschule Zittau, die Kurfürst-Moritz-Schule in Boxdorf/Moritzburg sowie Standorte in Oederan und Cunewalde. Grundgedanke der Gemeinschaftsschulen ist ein längeres gemeinsames Lernen und eine schulformübergreifende Kooperation, um die Trennung nach Hauptschule, Realschule und Gymnasium aufzuheben. Die Modellprojekte können aus beliebigen regulären Schulen für mindestens sechs Jahre gebildet werden. Sie müssen aber mindestens zweizügig sein und nachweisen, dass durch eine Einhaltung der Leistungsstandards die Schüler die sächsischen Bildungsziele auch erreichen können. Eine erste Zwischenbilanz der Forschungsgruppe Schulevaluation der TU Dresden im Auftrag des Kultusministeriums hatte den Schulen in Leipzig und Geithain attestiert, dass sie "vor der Folie ihrer jeweiligen Konzeption wirksam arbeiten". Die Schüler hätten "leicht bessere Ergebnisse als in Vergleichsschulen", so die Experten. Ob es allerdings künftig zu einem landesweiten und flächendeckenden Netz dieses ungeliebten Kindes der CDU kommt, ist fraglich. Eine CDU-Alleinregierung würde die Projekte wohl kaum weiter verfolgen. Sollten allerdings die SPD oder die FDP als neuer Koalitionspartner wieder mit im Regierungs-Boot sitzen, dürfte das anders werden.