Nach langem Streit hatten sich Union und FDP in der vergangenen Woche mit der SPD und den Ländern verständigt. Das Kabinett billigte am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, der noch vor der Sommerpause vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden soll. Die bundesweit 346 Jobcenter sollen erhalten bleiben. Das Modell der Optionskommunen, das bei den Hartz-Reformen von der Union durchgesetzt worden war, wird entfristet und erweitert. Die Zahl der Kommunen und Kreise, die die Langzeitarbeitslosen in eigener Regie betreuen, kann von heute 69 auf bis zu 110 oder 25 Prozent steigen. Bis Ende dieses Jahres können weitere Kommunen die Option beantragen. Nach Angaben des Deutschen Landkreistages ist im März die Zahl der Hartz-IV-Empfänger gegenüber dem März des Vorjahres um 2,7 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent gestiegen. Nach vorläufigen Daten erhielten im März 6,6 Millionen Menschen Hartz-IV-Leistungen, die endgültige Zahl werde voraussichtlich bei rund sieben Millionen liegen, teilte der Landkreistag mit. Bund und Kommunen geben im Jahr rund 50 Milliarden Euro für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen aus, davon zahlt der Bund rund 38 Milliarden Euro. epd/kr