Der 1928 in Rumänien geborene Wiesel überlebte das Grauen der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Seitdem engagiert sich der Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger, der inzwischen in New York lebt, für das Wachhalten der Erinnerung an die sechs Millionen Opfer des Holocaust - als Lehre für alle Zukunft. Am heutigen Montag wird Wiesel 85 Jahre alt.

Sein 1958 veröffentlichtes Werk "Die Nacht", in dem er prägnant und eindringlich seine Erlebnisse im Konzentrationslager Auschwitz schildert, ist bis heute eines der meistgelesenen Bücher zum Holocaust. Vor allem in den USA wurde Wiesel damit zur Kultfigur und gilt als einer der führenden Köpfe des amerikanischen Judentums. Kritiker werfen ihm jedoch vor, vor allem sich selbst zu vermarkten.

1928 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Siebenbürgen geboren, hatte Wiesel eigentlich Rabbi werden sollen. Doch seine behütete religiöse Erziehung in dem kleinen Karpatenstädtchen Sighet bricht 1944 jäh ab, als die Familie nach Auschwitz deportiert wird. Seine Mutter sollte Wiesel nie wiedersehen. Mit seinem Vater kam er als Häftling Nummer A-7713 zunächst ins Stammlager, später nach Buchenwald, wo der Vater kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers starb. "An dem Tag, an dem er starb, war das einer der dunkelsten Tage meines Lebens", berichtete Wiesel 2009 bei einem Besuch mit US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Buchenwald. "Er rief nach mir und ich hatte zu viel Angst, um mich zu bewegen. Wir alle hatten zu viel Angst, um uns zu bewegen. Und dann starb er. Ich war da, als er starb, aber ich war eben nicht da."

Die Erlebnisse prägen Wiesel bis heute. Die Schuldgefühle der Überlebenden, die Zweifel an der Existenz Gottes in einem solchen Grauen und die Fragen jüdischer Identitätsfindung - all diese Themen blieben bestimmend für sein Denken und Schreiben.