Der Führerschein bekommt ein Verfallsdatum: Ab Januar nächsten Jahres wird jede neue Fahrerlaubnis nicht mehr länger als 15 Jahre gültig sein. Danach müssen die Verkehrsteilnehmer einen neuen Führerschein beantragen, aber keine neue Fahrprüfung absolvieren. Für alle bis 2013 ausgestellten, unbefristeten Führerscheine gilt indes: Sie müssen spätestens bis 2033 umgetauscht werden.

Grund dafür ist eine europäische Richtlinie aus dem Jahr 2006, die die Bundesregierung umsetzt. Sie verlangt, dass es künftig nur noch befristete Fahrlizenzen gibt. Der Vorteil für den Autofahrer soll sein, dass durch ein immer relativ aktuelles Passbild "die Erkennbarkeit des Inhabers des Führerscheins verbessert wird". Außerdem gibt es in der Europäischen Union dann nur noch ein Führerscheindokument, das europaweit bekannt ist und bei Kontrollen ohne unnötige Nachfragen akzeptiert werden wird. Dadurch soll auch der Zustand beseitigt werden, dass rund 110 verschiedene, nationale Führerscheindokumente kursieren. Zudem soll die Fahrlizenz mit Verfallsdatum Fälschungen und Missbrauch verhindern. Laut ADAC wird die Verlängerung nach heutigem Stand etwa 30 Euro kosten.

In anderen europäischen Ländern wie Spanien, Holland oder Italien gilt die Fahrerlaubnis bereits nicht mehr ein Leben lang.

Im Zusammenhang mit der Einführung des nur 15 Jahre geltenden Führerscheins forderten einige Politiker erneut, dies an einen Gesundheits-Tüv für Autofahrer zu koppeln. Besonders die Gefahr durch alte Fahrer solle so minimiert werden. Laut Experten belegen aber Unfallzahlen, dass Ü-65-Autofahrer bisher kein erhöhtes Risiko darstellen. Aus diesem Grund ist die Bundesregierung gegen zusätzliche Gesundheits-, Seh- oder Fahrtauglichkeitstests wie sie die EU-Richtlinie vorsieht.

Kommentar & Politik Seiten 2 & 5