Der Angeklagte hatte zuvor alle Vorwürfe gestanden und Wiedergutmachung des Schadens zugesichert.

Abtmeyer war zwei Jahre Präsident des Anwaltverbands Sachsen, zwölf Jahre Chef des Dresdner Anwalt-Vereins und hatte als Beisitzer des Anwaltsgerichtshofs am Oberlandesgericht Dresden über Verfehlungen seiner Kollegen gerichtet. Der Anklage zufolge veruntreute er im Jahr 2009 rund 135 000 Euro einer Mandantin, deren Vermögensverwaltung ihm anvertraut war. Darüber hinaus soll er mehr als 140 000 Euro, das gesamte Vermögen des Dresdner Anwalt-Vereins, auf sein Konto geleitet haben, um eigene Verbindlichkeiten zu begleichen.

"Was ich angerichtet habe, tut mir sehr leid", sagte Abtmeyer, der seine Anwaltszulassung bereits im Sommer abgab und heute als Angestellter für ein Bauunternehmen arbeitet. Als Motiv nannte er wirtschaftliche Schwierigkeiten. Seine Kanzlei sei schon in den 90er-Jahren in wirtschaftliche Schieflage geraten.