"Wir brauchen Binnen-Kontrollen nicht nur bei einzelnen Ereignissen wie Fußballspielen oder großen Kongressen, sondern auch, wenn Mitgliedsländer ihre Pflichten nicht mehr erfüllen", sagte Friedrich der "Rheinischen Post". Wenn Länder bei der Kontrolle der Außengrenzen versagten, müssten die Länder die Binnengrenzen vorübergehend wieder kontrollieren können. Nach dem Schengen-Abkommen werden heute in 25 Ländern Europas die Grenzen - außer in Ausnahmefällen - nicht mehr kontrolliert.

Indes ist die für den Grenzschutz zuständige Bundespolizei aus Sicht ihrer Gewerkschaft überlastet und braucht mehr Personal. Allein durch den Ausbau deutscher Flughäfen seien in den nächsten fünf Jahren rund 1500 Beamte zusätzlich nötig, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft für die Bundespolizei, Josef Scheuring, am Dienstag bei einem sicherheitspolitischen Forum in Görlitz.

Die gestiegene Kriminalität an den Grenzen zu Polen und Tschechien zeige, dass die Polizei auch dort weiter Präsenz zeigen sollte. Nach Wegfall der Grenzkontrollen Ende des Jahres 2007 seien jedoch zahlreiche Beamte aus diesen Gebieten abgezogen worden. In Ost sachsen etwa fielen nach Gewerkschaftsangaben knapp die Hälfte der etwa 1100 Stellen weg.

"Niemand soll glauben, dass Kriminalität einschläft", sagte Scheuring. In den Grenzregionen der Bundesländer Sachsen und Brandenburg sorgten vor allem Autodiebstähle und Einbruchsdelikte seit Jahren für Unruhe unter der Bevölkerung. "Wir können deutlich mehr Sicherheit herstellen. Dafür brauchen wir mehr Personal", betonte der Gewerkschaftschef.