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| 10:04 Uhr

Sturm „Friederike“ kommt
Schnee und Glätte treffen Berufsverkehr

Ein mit Gurken beladener LKW liegt am 17.01.2018 auf einem Feld neben der Autobahn 9 bei Schleiz (Thüringen). Auf schneeglatter Fahrbahn war der Laster am Morgen von der Fahrbahn abgekommen und 30 Meter einen Hang herb gestürtzt. Der Fahrer blieb unverletzt.
Ein mit Gurken beladener LKW liegt am 17.01.2018 auf einem Feld neben der Autobahn 9 bei Schleiz (Thüringen). Auf schneeglatter Fahrbahn war der Laster am Morgen von der Fahrbahn abgekommen und 30 Meter einen Hang herb gestürtzt. Der Fahrer blieb unverletzt. FOTO: Bodo Schackow / dpa
Düsseldorf/Berlin. Winterliche Straßenverhältnisse machen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern in vielen Teilen Deutschlands zu schaffen. Stürmisch wird es auch: Für Donnerstag werden die stärksten Böen von Sturmtief «Friederike» erwartet - die Bahn warnt die Fahrgäste schon mal. dpa

Schnee, Regen und Eisglätte haben den Berufsverkehr in vielen Teilen Deutschlands getroffen. Autofahrer vor allem im Norden, Westen und in der Mitte Deutschlands kamen am Mittwoch ins Rutschen, Busse mit Schulkindern und Lastwagen kippten um, Autobahnen wurden zeitweise gesperrt. Für den Donnerstag warnt der Deutsche Wetterdienst vor schweren Sturmböen sowie Gewittern. In höheren Lagen kann Tief «Friederike» auch Orkanstärke erreichen.

Drei Busse mit Schulkindern verunglückten in Nordrhein-Westfalen bei Glätte. Dabei wurde ein Busfahrer schwer verletzt, weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. In Nümbrecht im Bergischen Land kam ein Bus auf abschüssiger Strecke bei Schneeglätte von der Fahrbahn ab. Dabei seien der Fahrer sowie weitere sieben Menschen leicht verletzt worden, auch Schulkinder.

Bei Euskirchen wurden zudem sieben Menschen bei einem Unfall mit einem Schulbus leicht verletzt - auch hier sollen Schüler unter den Verletzten sein. Bei Zülpich krachte ein Schulbus gegen einen Baum. Der Busfahrer sei schwer verletzt worden, ein Fahrgast erlitt leichte Verletzungen, sagte die Polizei.

In Thüringen stürzte am Morgen auf der A9 bei Schleiz ein mit Gurken beladener LKW bei Schneeglätte auf ein 30 Meter entferntes Feld neben der Fahrbahn - der Fahrer blieb unverletzt. In Nordrhein-Westfalen musste etwa die Autobahn 2 zwischen Herford und Vlotho in Fahrtrichtung Hannover gesperrt werden. Grund war laut Polizei ein Glätteunfall mit einem Lastwagen, dessen Anhänger zwei Spuren blockierte. Der Fahrer kam mit Verletzungen in eine Klinik.

Auf der A623 in Rheinland-Pfalz kippte nahe dem Autobahndreieck Friedrichsthal ein Lebensmittellaster um. Weil der 18-Tonner die Fahrbahn blockierte, wurde die Autobahn in beide Richtungen gesperrt. Der Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

Beaufort-Skala, Windgeschwindigkeiten
Beaufort-Skala, Windgeschwindigkeiten FOTO: dpa-infografik GmbH / dpa-infografik

Auch in Hessen behinderte winterliches Wetter den Verkehr. Auf der Autobahn 7 gab es bei Kassel-Nord Beeinträchtigungen in beide Richtungen wegen Schneeglätte. Auch dort blockierten Lastwagen die Fahrbahnen.

Auf glatten Straßen in Niedersachsen gab es zahlreiche nächtliche Unfälle. In Salzbergen im Emsland kippte am Morgen der Anhänger eines Transporters mit 100 Schweinen um. Mindestens 18 Tiere verendeten.

Im nördlichen Schleswig-Holstein berichtete die Feuerwehr von einigen Glätteunfällen, bei denen es auch Verletzte gab. Auf der Autobahn 23 bei Itzehoe seien am Morgen drei Autos von der Fahrbahn abgekommen, sagte ein Polizeisprecher. Ein Mensch wurde verletzt.

Laut Deutschem Wetterdienst ist am Mittwoch in der Südwesthälfte mit Sturmböen, auf Bergen auch mit Orkanböen zu rechnen. Es kann regnen, graupeln oder Schneeschauer geben - bei wechselnder bis starker Bewölkung. In den Mittelgebirgen werden 15 bis 30 Zentimeter Neuschnee erwartet, in den Alpen oberhalb von 1200 Metern sogar ein halber bis ein Meter.

Am Donnerstag soll es besonders ungemütlich werden - dann soll sich Sturmtief «Friederike» voll auswirken. Der DWD im Südwesten etwa rechnet für das Bergland mit bis zu 120 Stundenkilometer schnellen Orkanböen.

Die Deutsche Bahn warnte ihre Fahrgäste im Internet vor möglichen Einschränkungen im Südwesten wegen möglicher orkanartiger Stürme am Mittwoch und Donnerstag: «Aus Sicherheitsgründen behalten wir uns die Reduktion der Höchstgeschwindigkeit unserer Züge und im Einzelfall auch die Einstellung des Bahnbetriebs vor.»