Die beiden Kriterien sind Teil eines Sechs-Punkte-Plans, den Milbradt als Reaktion auf die demographische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte gestern in Dresden vorstellte. Beim zweiten sächsischen Demographiegipfel präsentierte der Dresdner Finanzwissenschaftler Marcel Thum die Ergebnisse einer Expertengruppe zur Bevölkerungsentwicklung. "Sachsen ist jetzt schon das älteste Bundesland und wird noch älter", sagte er.
Laut Studie wird der Altersdurchschnitt in Sachsen von 44,4 Jahren (2005) auf 48,8 Jahre (2020) steigen. "Heute ist jeder fünfte Sachse älter als 65, in 15 Jahren wird es jeder Dritte sein", sagte Milbradt. Deshalb und wegen der weiterhin geringen Geburtenrate müsse stärker auf Potenzial, Erfahrung und Intelligenz der Älteren gesetzt werden. "Kein Talent, ob jung oder alt, darf verloren gehen", umriss der Regierungschef sein Anliegen. Firmen seien künftig stärker auf Frauen als Erwerbstätige angewiesen und müssten ihre Einstellungs-und Betreuungspraxis ändern. Jedes Kind solle vom Kindergarten an eine erstklassige Bildung bekommen.
"Die Demographie ist eine größere Herausforderung als die Globalisierung", sagte Milbradt. Der Bund sei vor allem beim Umbau der Sozialsysteme gefordert. "Rente, Kranken- und Pflegeversicherung sind derzeit nicht demographiefähig", sagte er. Wichtig seien rasche Schritte. "Mit der Demographie ist es wie mit der Ökologie: Wenn man es merkt, ist es zu spät." (dpa/mb)