Im Freistaat ist der Genuss von Gerstensaft so beliebt wie nie. "Jeder Sachse trinkt rund 150 Liter im Jahr und damit fast so viel wie in Bayern und Tschechien", sagte der Präsident des Sächsischen Brauerbundes, Hans-Joachim Marre, am Donnerstag in Dresden. Im Bundesdurchschnitt wurden 2008 pro Kopf knapp 112 Liter Bier getrunken. Das Rauchverbot in Gaststätten führte nicht zum befürchteten Absatzrückgang. Die zunehmende Zahl von Touristen sorgte sogar für mehr Umsatz in Restaurants. Dazu seien die Sachsen "Flaschenkinder" und würden ihr Bier meist zu Hause trinken, hieß es. Gebraut wurden in Sachsen im Vorjahr rund 8,9 Millionen Hektoliter Bier - 58 000 Hektoliter mehr als im Spitzenjahr 2006. Bundesweit ist der Absatz um 1,1 Prozent auf rund 102 Millionen Hektoliter gesunken. Sachsens Brauer konnten sich trotz der Menge aber nicht über höhere Erlöse freuen, stellte Marre klar. Etwa 40 bis 45 Prozent der Biere gingen an Discounter. "Da ist der Wettbewerb hart." Ab dem zweiten Quartal müssten sich die Konsumenten auf höhere Preise einstellen, soweit das "durchsetzbar" sei. Grund seien aber nicht wie im Vorjahr höhere Ausgaben für Energie und Rohstoffe, sondern für Löhne, Gehälter und Verpackung. "Bier ist ein Genussmittel und soll nicht in Unmengen konsumiert werden", sagte Marre zu kaum noch möglichen Absatzsteigerungen. Der Exportanteil von derzeit 2,1 Prozent sei fast ausgereizt, da Bier in der Regel in der Region gebraut und auch getrunken werde. Liebling sei das Pils (63 Prozent), gefolgt vom Export (17 Prozent). Schwarz-und Dunkelbiere sowie Bier-Mix legten aber zu. In Sachsen gibt es 31 Brauereien und 27 Gasthausbrauereien. Die Branche beschäftigt 2000 Mitarbeiter. dpa/mb