Es gebe "erhebliche Zweifel" an den Darstellungen des mutmaßlichen Opfers und der Hauptbelastungszeugen, sagte die Vorsitzende Richterin Anita Meybohm. Den Gefängnisaufsehern war Körperverletzung im Amt vorgeworfen worden. Laut Anklage sollten sie im Jahr 1999 in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel einen Gefangenen mehrfach misshandelt haben. In dem rund siebenmonatigen Prozess hatten sie die Vorwürfe stets bestritten.

Mit ihrem Urteil folgte die Kammer der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung, die Freisprüche für die elf Männer und zwei Frauen gefordert hatten. Die Nebenklage, die den ehemaligen Gefangenen vertritt, wollte Freiheitsstrafen zwischen zwölf und 24 Monaten erreichen. Sie kündigte Revision an.

Die Staatsanwaltschaft hatte schließlich in ihrem Plädoyer die Beweislage als nicht ausreichend für eine Verurteilung bewertet. Dagegen sprach die Nebenklage sogar von "Folter" durch die Aufseher. Diese hätten dem als schwierig geltenden damaligen Gefangenen einen Denkzettel verpassen wollen.

Mit ungewöhnlichen Angriffen auf die Medien reagierte Brandenburgs Justizministerin Beate Blechinger (CDU) auf den Abschluss des Prozesses. "Für die freigesprochenen Angeklagten wird ein Schatten bleiben", erklärte die Ministerin gestern. "Verantwortlich dafür sind einzelne Journalisten und Presseorgane, die offenbar nicht wissen, dass die Präsumtion der Unschuld auch für sie gilt." Die Affäre um die Misshandlungen hatte im Jahr 2004 das rbb-Magazin "Klartext" aufgedeckt. Die Vorwürfe waren so schwerwiegend, dass die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen die 13 Bediensteten Ermittlungsverfahren einleitete und im Jahr 2005 Anklage erhob, worüber weitere Medien berichteten.dpa/Eig. Ber./thm