Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln seit November 2000 gegen mehrere hundert Jugendliche im Niederschlesischen Oberlausitzkreis wegen Drogenhandels und Drogenkonsums (die RUNDSCHAU berichtete).
"Gegenwärtig laufen 400 Ermittlungsverfahren. Die Verfahren gegen 116 Personen sind abgeschlossen. Bis zum Jahresende 2002 wurden insgesamt Freiheitsstrafen mit und ohne Bewährung in Höhe von mehr als 60 Jahren ausgesprochen", zog Nowotny Bilanz. "Die höchste davon mit vier Jahren und zwei Monaten Haft ist noch nicht rechtskräftig." Zudem seien bislang weit mehr als 3000 Stunden gemeinnützige Arbeit verhängt worden. Zu den Bewährungsauflagen zählten unangekündigte, gerichtlich angeordnete Urinkontrollen. "Da wird überprüft, ob sie weiter konsumieren."
Die im Mai 2002 erstmals bekannt gewordenen Ermittlungen hatten durch das Ausmaß der Straftaten für Aufsehen gesorgt. Die fast 400 Tatverdächtigen im Alter zwischen 18 und 23 Jahren handelten aus unterschiedlichen Motiven mit Drogen aus den Niederlanden, Brandenburg, Berlin, Dresden und Polen. Marihuana und Haschisch wurden zum Teil in den elterlichen Wohnungen, in Gewächshäusern und im Wald angebaut. Eine offene Drogenszene existierte nicht in der 26 000 Einwohner zählenden Stadt.
"Ein Ende der Ermittlungen ist noch nicht abzusehen. Sie wurden auf den Raum Boxberg und Bad Muskau ausgedehnt", sagte Nowotny. Ihr Fazit: "Die Strukturen sind zwar erst einmal zerschlagen, aber sie werden sich wahrscheinlich wieder neu bilden. Alles andere wäre eine Illusion." (dpa/ta)