Das Potsdamer Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass sich der Jurist aufgrund falscher Angaben aus der Landeskasse rund 28 000 Trennungsgeld erschlich - und ging in seinem Strafmaß noch über das Plädoyer der Generalstaatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte eine Geldstrafe von
18 000 Euro gefordert.
Verteidigerin Heide Sandkuhl kündigte Berufung an. Würde das Urteil rechtskräftig, wäre der 65-jährige Spitzenjurist vorbestraft, der unter anderem Vizepräsident des Oberverwaltungsgerichtes und Verfassungsrichter war. Stange kommentierte das Urteil nicht. "Er hat getäuscht", sagte Richter Francois Eckhard in der Urteilsbegründung. Stange habe in den Anträgen wahrheitswidrig angegeben, dass er mit seiner Familie aus Münster in die Region umziehen will. Das ist Voraussetzung für die Gewährung von Trennungsgeld, das Beamte nach einer Versetzung für eine Übergangszeit zur Vermeidung von Härten erhalten können.
"Seine Ehefrau wollte nie nach Potsdam ziehen", sagte Eckardt. Und auch Stange habe in Potsdam und Berlin keine Wohnung gesucht, sondern nur eine Wochenunterkunft für sich, die er sich samt Fahrtkosten für die Heimfahrten nach Münster vom Justizministerium erstatten ließ.