2009 wird die Autobahn bis Prag führen. "Dresden und Prag als bedeutende Wirtschafts- und Kulturzentren in Europa rücken damit so nah wie nie zuvor zusammen", hieß es gestern aus der Dresdner Staatskanzlei. Zur Freigabe auf der Grenzbrücke wird auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erwartet.
Die insgesamt rund 150 Kilometer lange Autobahn, die zu einem Drittel durch Sachsen führt, ist eine wichtige Verbindung nach Osteuropa. Das Projekt, an dem rund 250 Firmen beteiligt waren, wurde im Sommer 1998 begonnen. Insgesamt veranschlagt sind nach Angaben von Sachsens Wirtschaftsministerium rund 1,6 Milliarden Euro - auf deutscher Seite etwa 703 Millionen Euro. In den rund 23,4 Kilometer langen Abschnitt von der Grenze bis nach Usti werden rund 20 Milliarden Kronen (714 Millionen Euro) investiert. Planungen für eine Autobahn von Deutschland nach Tschechien gab es bereits seit mehr als 70 Jahren.
In Sachsen entstanden unter anderem 14 Brücken und drei Tunnel - der längste mit 2332 Metern in Dresden- Co schütz. Für Amphibien wurden 30 Tunnel gebaut, damit sie zu den Laichgebieten finden.
Die neue Autobahn soll auch zu einer Entlastung der Bundesstraßen 172 und 170 vom Durchgangsverkehr führen. Fahrzeuge über 7,5 Tonnen dürfen dann nicht mehr den Übergang passieren. Die großen Automobilclubs beider Länder hatten sich Anfang Dezember über den Verkauf von Maut-Vignetten für die neue Trasse verständigt. Ab heute sind Vignetten erhältlich, die vom 1. Januar an für 2007 gelten, sagte eine ADAC-Sprecherin. Bis dahin ist die Strecke bis Usti mautfrei.
Für die A 17 wird im Jahr 2015 mit einem Verkehrsaufkommen von täglich etwa 35 000 Fahrzeugen gerechnet. (dpa/kr)