Die Freien Schulen in Sachsen sollen mehr Geld bekommen. Am Dienstag gab das Kabinett den Entwurf zum neuen Privatschulgesetz zur Anhörung frei. Die Finanzierung erfolgt dabei wie bisher über ein "Drei-Säulen-Modell" und besteht aus Landeszuschüssen, Elternbeiträgen und Eigenleistungen des Trägers. Künftig erhalten die freien Träger für Personalausgaben aber rund 90 Prozent des Gehaltes der Lehrer an öffentlichen Schulen und nicht wie bisher 80 Prozent. Bei den Förderschulen sind es 100 Prozent. Die bisherige Wartefrist bis zur vollen staatlichen Finanzierung nach Gründung einer freien Schule wird von vier auf drei Jahre verkürzt.

Bei den Freien Schulen werden nun von Anfang an 40 Prozent der Kosten vom Staat übernommen. Zusätzlich erhält der Schulträger rückwirkend nach Ablauf der dreijährigen Wartefrist weitere 40 Prozent des Schülerausgabensatzes in drei Jahreszahlungen nachträglich. Neu ist auch, dass die freien Schulträger die Fortbildungsangebote des Landes für ihre Lehrer oder die Unterstützung staatlicher Schulpsychologen nutzen können.

In absoluten Zahlen steigen die staatlichen Zuschüsse an Freie Schulen wie folgt: Waren für 2016 ursprünglich rund 255 Millionen Euro geplant, wächst die Summe nun auf 320 Millionen Euro. Für 2018 waren 276 Millionen Euro geplant, jetzt sollen es 344 Millionen sein. Die neuen Regelungen sollen auch für die berufsbildenden Privatschulen gelten.

Der Landtag hatte im Jahr 2010 unter anderem die Wartezeit für eine Unterstützung aus der Landeskasse von drei auf vier Jahre verlängert. Das Verfassungsgericht in Leipzig hatte die Einschnitte bei der Finanzierung für verfassungswidrig erklärt. Das Land bekam bis Ende 2015 Zeit für eine Neuregelung. Im Schuljahr 2013/2014 gab es in Sachsen 385 allgemeinbildende und berufsbildende Privatschulen mit 60 456 Schülern.