Denn, was viele nicht wissen, der Landtag in Dresden ist der zugriffsfernste Ort im ganzen Sachsenland. Nirgends sonst ist der Empfang schlechter als an dem Ort, an dem die Fäden von Politik und Verwaltung zusammenlaufen. Das Landtags-Netz ist ständig überlastet, alle fingern drin rum. Wenn der Fraktionschef einen Hinterbänkler zusammenpfeift, dann per Kurznachricht. Oben in ihren engen Kämmerchen twittern sich Fraktionsmitarbeiter die Finger heiß. E-Paper-Zeitungen müssen täglich heruntergeladen werden, dann ausgedruckt, ausgeschnitten, zusammengeklebt und gemarkert wieder hochgeladen für den Rest der Truppe. Die Weihnachtspost, bald ist es wieder soweit, bringt der Mail-Mann. Gutachten und Rechenschaftsberichte kommen aufs Handy. Kleine Anfragen ploppen in Echtzeit auf und verdichten die Elektro smogwolke so stark, dass kein Anruf mehr durchkommt.

Wenn die Linken einmal im Monat wissen wollen, was die Polizei gegen ihre Connewitzer Kumpels im Schilde führt, wenn den Grünen noch was einfällt zur Fahrradausstattung der Ministerien, wenn die SPD die Leistung ihrer eigenen Ministerien abfragt, dann müssen alle am engen Wlan-Kanal erstmal warten, bis die AfD-Fraktion ihre Anhänge zu EU-Parlamentsdrucksachen in einem Deutsch serviert bekommen hat, das auch sie versteht. Wenigstens scheinen die ja nun dank Fraukes neuem iPhone ans Netz gekommen zu sein. Empfang dürfte bei 9,7 Prozent liegen.