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Frauenmangel in der Lausitzer Provinz

Beim Kangatraining geht es nicht nur um die Bewegung: Mütter können dort auch Kontakte knüpfen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Beim Kangatraining geht es nicht nur um die Bewegung: Mütter können dort auch Kontakte knüpfen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Dresden/Potsdam. Dem ländlichen Raum in der Lausitz kommen die künftigen Mütter abhanden. Gut immerhin: Sie ziehen nicht mehr in den Westen, sondern in die nächste Stadt. Christine Keilholz / ckz1

Die Gesamtfruchtbarkeitsrate, wie die Statistiker sagen, ist in Sachsen zwar erfreulich hoch. 2014 bekam eine Frau im Freistaat im Schnitt 1,58 Kinder. Das ist der höchste Wert bundesweit . Trotzdem wird auch der Spitzenwert auf Dauer nicht reichen. "Die rückläufige Anzahl potenzieller Mütter wird die absoluten Geburtenzahlen weiterhin verringern", heißt es im aktuellen Landesentwicklungsbericht für Sachsen.

Auch in Zukunft wird demnach das "Geburtendefizit die bestimmende Größe in der Bevölkerungsbilanz bleiben". Von einem "Geburtendefizit" sprechen Demografen, wenn die Geburtenrate in einer Region unter der dortigen Sterberate liegt. Da hilft es im Ganzen auch wenig, dass sich die Landeshauptstadt Dresden seit Jahren über hohe Geburtenzahlen freut. Denn die jungen Mütter von Dresden fehlen auf den Dörfern, von wo sie für den guten Job weggezogen sind. Nicht viel anders in Brandenburg, wo der leichte Bevölkerungsanstieg nur den Zuzüglern vor allem im Speckgürtel um die Haupstadt Berlin zu verdanken ist.

Junge Frauen unter 30 Jahren fehlen in Sachsen fast flächendeckend. In Ostsachsen kommen vielerorts zehn Frauen auf 14 Männer in dieser für die Zukunft so wichtigen Altersgruppe.

Tröstlich immerhin: Die Frauen zieht es nicht mehr unbedingt aus dem Land. Sondern in angesagte Metropolen, wie Leipzig. Die Stadt - einer der Wachstumskerne im Osten - kann sich über einen Frauenüberschuss freuen. Auch Gemeinden wie Panschwitz-Kuckau, Oybin oder Trebendorf zeigen erfolgreich, wie man Frauen für sich gewinnt.