Zivilkammer des Landgerichts Leipzig verbot dem Hotelbesitzer Rudolf Kimmerle und seiner KIM Hotel GmbH mit Urteil, die ursprünglich für die Dresdner Frauenkirche vorgesehene Josua-Glocke weiter im Hotelpark zur Schau zu stellen. Die Richter gaben damit der Urheberrechtsklage des Glockenverzierers Christoph Feuerstein statt, der nun Anspruch auf eine angemessene Entschädigung hat. Wie hoch diese ausfällt, war nicht Gegenstand des Leipziger Verfahrens.
Feuerstein hatte sich in einem künstlerischen Wettbewerb der Stiftung Frauenkirche mit seinen Vorstellungen von der Verzierung der Glocken durchgesetzt. Nachdem die Trauglocke Josua gegossen worden war, bestand sie aber den ersten Klangtest nicht. Daraufhin verblieb der Erstguss in der Gießerei und wurde schließlich von Kimmerle erworben. Der Bauunternehmer aus Dillingen an der Donau ließ im Hotelpark extra einen Glockenturm errichten.
Die Richter folgten nun der Auffassung von Feuerstein, wonach mit der Aufstellung im Hotelpark und der Präsentation im Internet dessen Urheberrecht verletzt worden sei. Die beklagte Hotelgesellschaft hätte sich beim Erwerb der Glocke Ende 2003 vergewissern müssen, dass der beabsichtigten Verwendung keine Urheberrechte im Wege stehen.
Insgesamt besteht das Geläut der Frauenkirche aus acht Klangkörpern. Im Zweiten Weltkrieg wurden sieben der Originalglocken zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Lediglich die denkmalgeschützte Glocke Maria aus dem Jahr 1518 blieb erhalten. Die sieben neuen Glocken namens Jesaja, Johannes, Jeremia, Josua, Philippus, Hanna und David wurden in Karlsruhe hergestellt. Im Mai 2003 waren sie geweiht worden. (ddp/mb)